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	<title>AFD &#8211; Bad Nenndorf ist Bunt</title>
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	<description>Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.</description>
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	<title>AFD &#8211; Bad Nenndorf ist Bunt</title>
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		<title>12.09: Protest gegen AfD-Landesparteitag in Braunschweig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2020 19:31:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen 2020]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
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		<category><![CDATA[Milleniumhalle]]></category>
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					<description><![CDATA[AFD will in Braunschweig tagen&#160;–&#160;Bündnis gegen Rechts kündigt Widerstand an Kritik an Milleniumhalle wegen Vermietung Schon wieder zieht es die AfD nach Braunschweig – am 12. und 13. 09. will der niedersächsische Landesverband in der Milleniumhalle (Millenium Event Center – MEC) seinen Landesparteitag durchführen. Das Bündnis gegen Rechts, das bereits]]></description>
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<p><strong>AFD will in Braunschweig tagen</strong><br><strong>&nbsp;–&nbsp;Bündnis gegen Rechts kündigt Widerstand an</strong></p>



<p><strong>Kritik an Milleniumhalle wegen Vermietung</strong></p>



<p>Schon wieder zieht es die AfD nach Braunschweig – am 12. und 13. 09. will der niedersächsische Landesverband in der Milleniumhalle (Millenium Event Center – MEC) seinen Landesparteitag durchführen.</p>



<p>Das Bündnis gegen Rechts, das bereits für den Protest gegen den Bun- desparteitag der AfD am 30.11.2019 über 20.000 Teilnehmer*innen mobili- sierte, wird das nicht einfach so geschehen lassen. Der massenhafte Protest letztes Jahr sei keine Einladung an die rechtsextreme Truppe, jetzt wiederzukommen.</p>



<p>Sebastian Wertmüller (ver.di-Geschäftsführer) für das Bündnis: “Es hat&nbsp;sich nichts geändert: Die AfD ist rassistisch, nationalistisch und rechtsext- rem bis auf die Knochen. Sie führt einen Kulturkampf gegen die Freiheit von Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie spaltet die Gesellschaft, bekämpft&nbsp;die Gleichberechtigung und befeuert Hass und Hetze.“</p>



<p>Daher ruft das Bündnis gegen Rechts für Samstag, den 12.09. zu einer Kundgebung ab 08:00 Uhr vor der Milleniumhalle auf, anschließend ist eine Demonstration in die Innenstadt geplant und für 12:30 Uhr eine Ab- schlusskundgebung auf dem Schlossplatz mit Redebeiträgen und viel Kultur.</p>



<p>Eine besondere Bedeutung hat der Landesparteitag auch wegen der an- stehenden Wahlen für den Landesvorsitz: Die amtierende Vorsitzende Dana Guth hat bis jetzt drei Gegenkandidaten. Darunter auch den Braunschweiger Landtagsabgeordneten Stefan Wirtz, der immer wieder bei Erinnerungsveranstaltungen an die NS-Opfer durch seine Teilnahme zu provozieren versucht.</p>



<p>Wertmüller weist für das Bündnis drauf hin, dass man&nbsp;–&nbsp;so wie auch bei bisherigen öffentlichen Veranstaltungen des Bündnisses&nbsp;–&nbsp;auf die Einhal- tung&nbsp;von Regelungen für den Infektionsschutz achten werde: „Bei uns sollen alle teilnehmen können, ohne Angst vor Ansteckungen haben zu müssen.“</p>



<p>Ein besonderes Augenmerk richtet das Bündnis auch auf den Eigentümer der Milleniumhalle. Kein Eigentümer müsse an die AfD vermieten! „Herr&nbsp;Rouven Hartmann als Geschäftsführer der Halle muss sich fragen lassen, ob ihm die Rechtsextremisten tatsächlich wichtiger ist, als ein Beitrag für eine demokratische und solidarische Gesellschaft, indem er seine Geschäfte mit der&nbsp;AfD beendet.“ Schließlich würden&nbsp;beachtliche Teile der AfD vom Verfassungsschutz beobachtet.</p>



<p>Das Bündnis gegen Rechts fordert Herrn Hartmann auf, den Vertrag mit der AfD zu kündigen. Für ein Gespräch dazu stehe man zur Verfügung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="724" height="1024" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/09/afd-12.09.20-724x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1459" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/09/afd-12.09.20-724x1024.jpg 724w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/09/afd-12.09.20-212x300.jpg 212w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/09/afd-12.09.20-768x1086.jpg 768w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/09/afd-12.09.20-1086x1536.jpg 1086w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/09/afd-12.09.20.jpg 1240w" sizes="(max-width: 724px) 100vw, 724px" /></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>„Das wüsste ich doch, wenn hier Rechtsradikale wären“</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/das-wuesste-ich-doch-wenn-hier-rechtsradikale-waeren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 14:19:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Presse 2020]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalisten]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeden Sonntag sammeln sich Wutbürger, Neonazis, Virusleugner und Reichsbürger an der B96 bei Bautzen. Der Oberbürgermeister von der SPD beschönigt. von: Sebastian Leber. Rico Maleskat findet es unverschämt, dass dieser Protest jetzt als „rechts“ verleumdet werde. Direkt neben ihm steht eine Handvoll Neonazis, zur anderen Seite ein Mann mit Reichskriegsflagge]]></description>
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<p>Jeden Sonntag sammeln sich Wutbürger, Neonazis, Virusleugner und Reichsbürger an der B96 bei Bautzen. Der Oberbürgermeister von der SPD beschönigt.      von: <a href="https://www.tagesspiegel.de/leber-sebastian/6046998.html">Sebastian Leber</a>. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="805" height="317" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96.jpg" alt="" class="wp-image-1365" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96.jpg 805w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-300x118.jpg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-768x302.jpg 768w" sizes="(max-width: 805px) 100vw, 805px" /><figcaption>Rico Maleskat, 49, sieht einfach keine Rechtsradikalen.<small>Foto: Sebastian Leber</small></figcaption></figure>



<p>Rico Maleskat findet es unverschämt, dass dieser Protest jetzt als „rechts“ verleumdet werde. Direkt neben ihm steht eine Handvoll Neonazis, zur anderen Seite ein Mann mit <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/bautzen-freital-radebeul-rechte-hegemonie-in-der-saechsischen-provinz/25943774.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Reichskriegsflagge</a> mit Eisernem Kreuz drauf, dahinter sieht man umgedrehte Deutschlandflaggen, das AfD-Emblem, Reichsbürgersymbole. Maleskat sagt: „Ganz ehrlich. Das wüsste ich doch, wenn hier <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/neonazis-pegida-und-afd-hand-in-hand-in-sachsen-ist-rechts-aussen-fast-schon-normal/25723492.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rechtsradikale</a> wären.“</p>



<p>Rico Maleskat, 49, Frührentner, ist von Beginn an dabei. Steht nun bereits in der elften Woche auf dem Bürgersteig neben der B 96, immer hier in Weigsdorf-Köblitz, acht Kilometer südlich von Bautzen, immer sonntags zwischen zehn und elf Uhr, immer zwischen Bushaltestelle und Einfahrt zum Netto-Markt.</p>



<p>Auf seiner Fahne steht „Meine Gedanken sind frei“, und genau darum gehe es ihm, sagt Maleskat. Die Bundesregierung habe in der <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/kein-zweites-ischgl-soeder-warnt-vor-corona-naivitaet-in-deutschland/25975112.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Coronazeit</a> acht Artikel des Grundgesetzes abgeschafft oder ausgesetzt, unter anderem den, der die Meinungsfreiheit garantiert, das müsse sofort rückgängig gemacht werden. Bei diesen Protesten hier gehe es aber schon lange nicht mehr nur um die Coronamaßnahmen von Angela Merkel: „Es geht um das Ganze.“</p>



<p>Die Melange aus Wutbürgern, Rechtsextremen, Virusleugnern und Reichsbürgern, die sich an diesem Sonntag in <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/dabdt/status/1277244271641403392" target="_blank">Weigsdorf-Köblitz</a> eingefunden hat, gilt laut Polizei als „Hotspot“ der sogenannten B 96-Proteste. Die Bundesstraße ist 520 Kilometer lang, reicht vom südöstlichsten Zipfel Sachsens bis nach Sassnitz auf Rügen, führt durch vier Bundesländer, auch quer durch Berlin.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Wir haben viel Heimatliebe und Nationalstolz“</h3>



<p>Auch an anderen Teilstrecken der B 96 formiert sich der sonntägliche, nun seit Anfang Mai währende Protest, der sich anfangs vor allem gegen eine <a href="https://www.tagesspiegel.de/wissen/coronavirus-in-deutschland-und-der-welt-eu-stellt-curevac-75-millionen-euro-zur-verfuegung/25560996.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vermeintliche Überregulierung</a> des Staates in Coronazeiten richtete. In Mecklenburg-Vorpommern stehen wöchentlich einzelne Versprengte am Bundesstraßenrand, nördlich von Berlin ist es ähnlich. Aber nirgendwo zeigt sich die Wut so heftig wie hier im südlichen Sachsen. Auf den 50 Kilometern zwischen Bautzen und der Grenze zu Polen und Tschechien demonstrieren jede Woche Hunderte. Kein Zufall, sagt Rico Maleskat. „Wir haben viel Heimatliebe und Nationalstolz.“</p>



<p>Es herrsche Empörung über die „zahllosen Ausländer“, die ins Land gelassen würden. Über <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/morgenlage-aus-der-hauptstadt-fridays-for-future-verbindet-kampf-gegen-corona-mit-klimastreik/25769118.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Greta Thunberg</a> und „ihre Hirngespinste“, über die „Hetze gegen Dieselfahrzeuge“, auch über „den ganzen Rassismus“. Dann erklärt Maleskat, dass er eigentlich nicht den Rassismus an sich, sondern die Demonstrationen gegen Rassismus meint, die es aus den USA inzwischen bis nach Berlin geschafft und dort zu nichts als Brandschatzungen und Gewalt geführt hätten. „Das brauchen wir hier nicht.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bautzen, Spitzname „brown under“</h3>



<p>Dass die Proteste ausgerechnet in ihrer Region so heftig ausfallen, hält auch <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/bautzen-in-sachsen-die-mutbuergerin-im-kampf-gegen-rechtsradikale/24046082.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Annalena Schmidt</a> nicht für Zufall. Sie ist Stadträtin für die Grünen in Bautzen. Rechtes Gedankengut sei in der Stadt über Jahre normalisiert worden. Auch verharmlost. Am Samstagnachmittag im Café berichtet sie, wie stark sämtliche Strömungen, die sich nun in den Coronaprotesten vereinen, in Bautzen seit Jahren sind: die Rechtsextremen, die Reichsbürger, rechte Esoteriker, Impfgegner, Identitäre. Bei der letzten Bundestagswahl wählten knapp 33 Prozent die AfD. Selbst innerhalb Sachsens gilt Bautzen als rechter Fleck, Spitzname „brown under“.</p>



<p><strong>Weitere Artikel zum Thema:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/bautzen-freital-radebeul-rechte-hegemonie-in-der-saechsischen-provinz/25943774.html">Bautzen, Freital, Radebeul: Rechte Hegemonie in Sachsen</a></li><li><a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/neonazis-pegida-und-afd-hand-in-hand-in-sachsen-ist-rechts-aussen-fast-schon-normal/25723492.html">Sachsen: Neonazis, Pegida und AfD Hand in Hand</a></li><li><a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/bautzen-in-sachsen-die-mutbuergerin-im-kampf-gegen-rechtsradikale/24046082.html">Annalena Schmidt aus Bautzen: Die Mutbürgerin</a></li></ul>



<p>Annalena Schmidt kam 2015 aus Hessen wegen eines Jobs nach Sachsen. Am Tag ihres Vorstellungsgesprächs habe sie in der Innenstadt erlebt, wie zwei Männer einen Dunkelhäutigen auf offener Straße als „Kanaken“ beschimpften. Danach habe sie nicht recht gewusst, ob sie sich freuen sollte, als sie die Stelle bekam.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Run, nigger, run!“ Ein Kompliment</h3>



<p>Schmidt ist bei vielen Bautzenern unbeliebt. Sie gilt als Nestbeschmutzerin. Als eine, die den Namen der Stadt in Verruf bringt, weil sie regelmäßig <a href="https://twitter.com/Schmanle" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auf Twitter</a> und <a href="http://www.schmanle.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ihrem Blog</a> über Rassismus berichtet. Und das als Zugezogene. „Sie glauben, ich schade dem Image Bautzens. Ich denke, es ist umgekehrt. Ich bin gut für das Image der Stadt. Weil ich der Beweis dafür bin, dass es hier auch andere Menschen gibt.“</p>



<p>Leider sei diese Stadt äußerst geübt darin, Rassismus schnell wegzudiskutieren. Einmal fand im Bautzener Theater eine „Demokratiekonferenz“ statt. Eine dunkelhäutige Freundin von ihr traute sich zu berichten, wie Fremde ihr in Bautzen auf offener Straße „Run, nigger, run!“ hinterherriefen. Der Moderator der Runde erwiderte, so einen Spruch könne man doch auch als Kompliment auffassen. Weit mehr Anteilnahme bekam anschließend der AfD-Mann, der beklagte, seine Wahlplakate seien abgerissen worden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="565" height="318" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-02.jpg" alt="" class="wp-image-1366" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-02.jpg 565w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-02-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 565px) 100vw, 565px" /><figcaption>An der Ortseinfahrt von Weigsdorf-Köblitz. Foto:<small>Sebastian Leber</small></figcaption></figure>



<p>Vor vier Jahren geriet Bautzen bundesweit in die Schlagzeilen, als Unbekannte nachts eine geplante Flüchtlingsunterkunft niederbrannten. Bis heute ist nicht geklärt, ob es sich um einen politischen Anschlag handelte. Unstrittig ist allerdings, dass Bautzener neben dem brennenden Gebäude standen, applaudierten und die Löscharbeiten behinderten. Und dass der Mitarbeiter einer Baufirma die Schäden später mit den Worten „Sieg Heil! Gute Arbeit.“ kommentierte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ausgangssperre für Geflüchtete</h3>



<p>Im Herbst desselben Jahres kam es in der Innenstadt zu einer Hetzjagd auf junge Geflüchtete. Für den örtlichen Revierleiter der Polizei handelte es sich bei den Tätern nicht um Rechtsextreme, sondern um „event-orientierte Jugendlichen“, die vielleicht ein bisschen zu viel Bier getrunken hätten. Das Jugendamt reagierte – und verhängte eine Ausgangssperre für die Geflüchteten.</p>



<p>Alltag in Bautzen ist, wenn die Leiterin der Oberschule einer einschlägigen Familie angehört, der Ehemann AfD-Funktionär, die Tochter bei der rechtsextremen Identitären Bewegung aktiv.</p>



<p>Bautzen ist auch, wenn der große Spielwarenhändler im Zentrum Publikationen von Ivo Sasek anbietet, einem Rechtsesoteriker und Sektenführer, der sich auf die antisemitische Hetzschrift „Die Protokolle der Weisen von Zion“ bezieht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Auf dem Lkw steht „White Power“</h3>



<p>Bautzen ist, wenn ein <a href="https://twitter.com/Schmanle/status/1277656891729088523" target="_blank" rel="noreferrer noopener">örtliches Fuhrunternehmen</a> in altdeutscher Schrift den Slogan „White Power“ auf der Frontscheibe seines Lkw anbringen lässt, dazu zwei Eiserne Kreuze. Gegenüber dem Tagesspiegel erklärt das Unternehmen, der Spruch sei gar nicht rassistisch gemeint, er beziehe sich selbstverständlich bloß auf die Lackfarbe des Wagens. Was es dann mit den Eisernen Kreuzen auf sich hat, sagt die Firma nicht.</p>



<p>Bautzen ist, wenn SPD, CDU, Linke und Grüne im Stadtrat keine Mehrheit haben, weil die AfD und das lokale Bürgerbündnis so stark sind. „Bautzen ist komplett im Arsch“, schrieb Annalena Schmidt dazu neulich auf Twitter. Und erntete wieder Beschimpfungen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="565" height="318" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-03.jpg" alt="" class="wp-image-1367" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-03.jpg 565w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-03-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 565px) 100vw, 565px" /><figcaption>Die Krankenschwester sagt, es habe seit einer Woche deutschlandweit keinen Corona-Infizierten mehr gegeben. Foto:<small>Sebastian Leber</small></figcaption></figure>



<p>Die Protestierer entlang der B 96 organisieren sich über Facebook-Gruppen. Dort teilen Aktivisten extrem rechte Blogs, bejubeln Pegida. Gruppenmitglieder verbreiten rassistische Sprüche und NS-Parolen, teilen Mordfantasien gegen Flüchtlinge, rufen zum Umsturz auf. Es wird sich auch hier beschwert, dass der Mainstream versuche, den Protest der B 96 in die rechte Ecke zu stellen.</p>



<p>In Weigsdorf-Köblitz stehen an diesem Sonntag auch mehrere Neonazis an der B 96, die gezielt Pressevertreter einschüchtern. Ein großgewachsener Mann mit Reichskriegsflagge kommt an, will den Namen des Journalisten wissen und sagt: „Wir haben dich im Auge.“ Ein anderer sagt: „Schreib lieber nichts Falsches, das könnte sonst Folgen haben.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Das steht im Internet“</h3>



<p>Freundlicher sind die drei Frauen etwas weiter den Hügel herunter. Sie sagen, sie hätten es einfach satt, angelogen zu werden, sie seien für die Wahrheit und sonst nichts. Deutschland drifte gerade in die Diktatur ab. Das Ermächtigungsgesetz, das Angela Merkel erlassen habe und das besage, dass sie aktuell alles alleine entscheiden könne, müsse unbedingt zurückgenommen werden. Auch das Immunitätsgesetz, weswegen jetzt jeder Deutsche einen Ausweis bei sich tragen müsse, der angibt, ob man Covid-19 schon hatte oder nicht, müsse abgeschafft werden.</p>



<p>„Ich glaube, das Gesetz gibt es noch gar nicht, das wurde nur angedacht“, wendet eine Frau ein.</p>



<p>„Ja gut, aber es kommt bestimmt bald.“</p>



<p>Sie erzählen dann noch, dass die deutsche Presse leider nie über die Homosexuellen berichte, die gegen Pfarrer hetzten. Und darüber, dass Männer, die sich für Frauen hielten, nach einer Straftat ins Frauengefängnis kämen und dort Frauen vergewaltigten. Und darüber, dass sich in Deutschland schon eine ganze Woche lang niemand mehr mit Corona infiziert habe.</p>



<p>Sehr oft fällt in diesem Gespräch der Satz: „Das steht im Internet.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Er sei kein Reichsbürger, sagt er</h3>



<p>Ein paar Meter weiter erklärt ein älterer Herr, warum er eine umgedrehte Deutschlandfahne in die Höhe hält. Er sei kein Reichsbürger, sagt er. Er habe das einfach so gemacht, und die Fahne bleibe jetzt auf dem Kopf, bis sich in diesem Staat grundsätzlich etwas ändere. Bis Deutschland wieder den Deutschen gehöre.</p>



<p>Es gibt in Bautzen zwei Männer mit großem Einfluss. Der eine ist der Unternehmer Jörg Drews, Geschäftsführer der Hentschke Bau GmbH, die Firma ist der größte Steuerzahler der Stadt und einer der wichtigsten Arbeitgeber.</p>



<p>Drews gibt viel Geld aus für das Sponsoring von Sportvereinen und Kulturveranstaltungen, aber auch für Plattformen, die im Internet Verschwörungsmythen verbreiten. Dazu organisiert er sogenannte „Bürgerforen“ mit, bei denen Referenten wie <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/umstrittenes-festival-in-brandenburg-feiern-mit-verschwoerungstheoretikern/19736922.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Christoph Hörstel</a> sprechen dürfen. Hörstel ist regelmäßiger Redner <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/antisemitische-demo-in-berlin-wer-steckt-hinter-dem-al-quds-marsch/22653804.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auf dem antisemitischen Al-Quds-Marsch</a> in Berlin. Er glaubt, Angela Merkel sei jüdisch. Er behauptet, Hitler sei nur durch die geheime Hilfe von Zionisten an die Macht gekommen.</p>



<p>Ein anderer von Drews eingeladener Referent ist für seine Aussage bekannt, der Weg in den Ersten Weltkrieg sei „gekennzeichnet gewesen durch jüdische Interessen“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rechtsradikale Truppen im Rathaus</h3>



<p>Jörg Drews selbst sagt, in einer multikulturellen Gesellschaft gingen Werte verloren. Dagegen engagiere er sich. Auf einer&nbsp;asylkritischen Demonstration in Bautzen erklärte er, es könne nicht der richtige Weg sein, „unser Volk einfach zu überschwemmen“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="565" height="318" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-04.jpg" alt="" class="wp-image-1368" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-04.jpg 565w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/07/06.07.20-b96-04-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 565px) 100vw, 565px" /><figcaption>AfD-Anhänger mischen sich in vielen Dörfern unter die Proteste.</figcaption></figure>



<p>Der zweite einflussreiche Mann ist <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/spd-vorsitzenden-casting-uns-steht-das-wasser-bis-zum-hals/24974772.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alexander Ahrens</a>, der Oberbürgermeister von der SPD. Er ist über die Region hinaus bekannt dafür, dass er Rechtsextreme nicht ausgrenzen will. Nach der Hetzjagd von 2016 lud er gar Vertreter rechtsradikaler Truppen wie der „Nationalen Front Bautzen“ ins Rathaus.</p>



<p>Diese Woche hat er sich auch zu den Protesten an der B 96 geäußert: Es sei sicher „ein spezifisch sächsisches Phänomen, dass man bei einer Unzufriedenheit schnell auf die Straße geht“. Es sei aber auch „typisch für den Rest des Landes, diese Leute dann schnell in die rechte Ecke abzuschieben“. Ahrens warnt davor, die Demonstranten „als Extremisten abzutun“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Wir werden dich vergiften“</h3>



<p>„Die Strategie des Oberbürgermeisters, mit den Rechten zu reden, ist total gescheitert“, sagt <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/bautzen-in-sachsen-die-mutbuergerin-im-kampf-gegen-rechtsradikale/24046082.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Annalena Schmidt</a>, die Stadträtin der Grünen. Statt entschiedenen Widerspruch und klarer Abgrenzung habe er den Rechten Räume geboten, die diese sich dann auch genommen hätten. Sie seien mutiger geworden, verbreiteten ihre Hetze immer offener.</p>



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<p>Annalena Schmidt hat viele Drohungen erhalten. Im März vergangenen Jahres bekam sie einen anonymen Anruf, die Stimme sagte: „Wir werden dich vergiften, du wirst langsam und qualvoll sterben.“ Schmidt erstattete Anzeige, erfolglos, die Polizei konnte die Spur lediglich bis zu einer Bautzener Telefonzelle zurückverfolgen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Manche fürchten Konsequenzen von ihrem Arbeitgeber</h3>



<p>Schon damals in Hessen, in Marburg und später in Gießen, hat sich Schmidt gegen Rechtsextremismus engagiert. Das sei etwas völlig anderes gewesen als heute. So wahnsinnig leicht im Vergleich. „Wir gingen auf Demos, haben uns dabei gut gefühlt, danach sind wir ein Glas Wein trinken gegangen.“ Hier in Bautzen fühle sie sich anschließend meistens schlecht, weil sich wieder so wenige Demokraten auf die Straße getraut hätten.</p>



<p>Als Rechte einmal in Gießen versuchten, einen Pegida-Ableger in der Stadt zu etablieren, seien die acht Teilnehmer von 1500 Gegendemonstranten schon am Bahnhof gestoppt worden. In Bautzen können AfDler und Verschwörungstheoretiker seit Wochen in der Innenstadt aufmarschieren, ohne dass ihnen überhaupt irgendwo Gegenprotest droht.</p>



<p>Es gibt auch viele in Bautzen, die sich gern offen gegen die Rechtsextremen positionieren würden, sagt <a href="https://twitter.com/BirgitKieschni1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Birgit Kieschnick</a> von der Bautzener Fraueninitiative. „Aber es herrscht Angst.“ Manche fürchteten Anfeindungen. Manche fürchten Konsequenzen von ihrem Arbeitgeber. Kieschnick beobachtet seit Jahren die hiesige Szene der Reichsbürger und sogenannten Neuen Rechten. Sie sagt: „Ein zäher völkischer und rechtsesoterischer Brei überzieht die Stadt und vergiftet das Klima.“</p>



<p>Kieschnick berichtet von einem lokalen CDU-Politiker, der über die Rechten und ihre Veranstaltungen sagte: „Die kriegen den Saal voll, die müssen ja etwas richtig machen.“ Sie erzählt auch von Polizisten, die sich von der AfD einschüchtern lassen. „Sie sagen mir ehrlich, sie müssen da aufpassen. Man wisse ja nicht, wer bald in Sachsen regiert und dann ihr Dienstherr ist.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">SPD-Frau auf Parkplatz bedrängt</h3>



<p>Eine, die sich in der Öffentlichkeit kritisch über die B 96-Proteste äußert, ist <a href="https://twitter.com/AnjaHennersdorf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anja Hennersdorf</a>, die Vorsitzende des SPD-Ortsverbands Bischofswerda. Seit Wochen fährt sie jeden Sonntagvormittag denselben Abschnitt der B 96 entlang, dokumentiert, wie sich die Proteste radikalisieren, die Zahl der Reichskriegs- und Reichsbürgerflaggen zunimmt, die moderaten Demonstranten weniger werden.</p>



<p>An diesem Sonntag wird sie Zeuge, wie Männer im Dorf Oppach die Fahrbahn blockieren. Als sie in Weigsdorf-Köblitz auf einem Parkplatz anhält, stellen sich Männer vor und hinter ihr Auto, hindern Hennersdorf am Weiterfahren und filmen sie. Besorgt sei sie auch über die „anscheinende Akzeptanz der Bevölkerung und die Bereitschaft, rechtsextreme Symbolik zu verharmlosen und als normale Meinungsäußerung zu legitimieren.“ Das mache sie derzeit „rat- und sprachlos“.</p>



<p>Annalena Schmidt, die Stadträtin der Grünen, sagt ebenfalls, Bautzen und seine Bewohner hätten auch viele gute Seiten. Zum Beispiel habe sie noch nie so schnell Freundschaften geschlossen wie hier nach ihrem Herzug. Allerdings hätten einige enge Freunde die Stadt mittlerweile verlassen. Schmidt sagt: „Die haben die Zustände nicht mehr ausgehalten.“</p>



<p>Quelle: <a href="https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/die-wutbuerger-von-der-b96-das-wuesste-ich-doch-wenn-hier-rechtsradikale-waeren/25978068.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tagesspiegel.de </a>vom 06.07.2020   Autor: Sebastian Leber</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Antifaschismus steht auf dem Boden des Grundgesetzes</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/antifaschismus-steht-auf-dem-boden-des-grundgesetzes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Feb 2020 15:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Presse 2020]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Dietmar Buchholz]]></category>
		<category><![CDATA[GEW]]></category>
		<category><![CDATA[Leserbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Millionenerbschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Leserbrief von Dietmar Buchholz (GEW Niedersachsen) zum Artikel &#8220; AFD Kreisverband will Teil von Millionenerbe&#8220; vom 20 Februar]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p style="font-size:25px"><strong>Leserbrief von Dietmar Buchholz (GEW Niedersachsen) zum Artikel &#8220; AFD Kreisverband will Teil von Millionenerbe&#8220; vom 20 Februar</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/03/29.02.2020.jpg" alt="" class="wp-image-1247" width="1069" height="652" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/03/29.02.2020.jpg 1010w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/03/29.02.2020-300x183.jpg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/03/29.02.2020-768x468.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1069px) 100vw, 1069px" /><figcaption>Quelle: <a href="https://www.sn-online.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Schaumburger Nachrichten (öffnet in neuem Tab)">Schaumburger Nachrichten</a> am 29.02.2020</figcaption></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>AfD: Björn Höcke auf Westtour</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/afd-bjoern-hoecke-auf-westtour/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2020 16:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Presse 2020]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Der Flügel]]></category>
		<category><![CDATA[Höcke]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?p=1243</guid>

					<description><![CDATA[Von Rainer Roeser 26.02.2020 &#8211; AfD-Rechtsaußen Höcke tritt in den nächsten Wochen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf. Nach der Wahl in Hamburg empfiehlt er einen „Sezessions“-Text zur Lektüre: Darin wird den Parteichefs Meuthen und Chrupalla eine „Kapitulation vor dem Gegner“ und der AfD in der Hansestadt ein „opportunistischer Kurs“ attestiert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p> Von Rainer Roeser     26.02.2020 &#8211; </p>



<p>AfD-Rechtsaußen Höcke 
tritt in den nächsten Wochen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen 
auf. Nach der Wahl in Hamburg empfiehlt er einen „Sezessions“-Text zur 
Lektüre: Darin wird den Parteichefs Meuthen und Chrupalla eine 
„Kapitulation vor dem Gegner“ und der AfD in der Hansestadt ein 
„opportunistischer Kurs“ attestiert.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://www.bnr.de/files/imagecache/artikel_bild/bilder/01hoecke_2_3_1_1.jpg" alt=""/></figure>



<p>„Flügel“-Frontmann Höcke empfiehlt einen Text aus der Neuen Rechten; Photo (Archiv): K.B.    </p>



<p>Björn
 Höckes Faible für fast alles, was von Götz Kubitscheks neurechtem 
Institut für Staatspolitik (IfS) kommt, ist bekannt. So überrascht es 
wenig, dass der Vormann des völkisch-nationalistischen Lagers in der AfD
 auch die „Notizen zur Wahl in Hamburg“ zur Lektüre empfahl, die am 
Montag auf der Internetseite des IfS-Organs „Sezession“ erschienen. Sie 
seien „ein Beitrag zur Debatte mit einigen interessanten Impulsen“, 
schrieb Höcke und verband dies mit dem Aufruf: „Nach den Ereignissen der
 vergangenen Tage und Wochen müssen wir innerparteilich intensiv 
diskutieren!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ergebnis ist „katastrophal für unser Lager“</h2>



<p>Benedikt Kaiser, Redaktionsmitglied der „Sezession“ und Lektor des 
Antaios-Verlags, geht in seinem Beitrag mit den Bundessprechern Jörg 
Meuthen und Tino Chrupalla sowie der Hamburger AfD ins Gericht. Die 
beiden AfD-Chefs tadelt er wegen ihrer Stellungnahme, in der sie den 
Terroranschlag von Hanau als „rassistisches Verbrechen“ bezeichnet 
hatten, dessen Motiv „Ausländerhass“ gewesen sei. Erklärt hatten sie 
zudem: „Allerdings müssen wir uns auch fragen, warum es unseren 
politischen Gegnern gelingt, uns überhaupt mit solch einem Verbrechen in
 Verbindung zu bringen.“ Ein „Schuss in den Ofen“ sei die Stellungnahme 
der beiden, kontert Kaiser. „Die Gegenseite nimmt der AfD und Umfeld die
 Betroffenheit nicht ab, hält sie sogar für blanken Hohn, die eigenen 
Wähler halten es für das, was es sein dürfte: Kapitulation vor dem 
Gegner, schlimmer noch: Übernahme seiner Sprache und Deutungsmuster.“ 
Kurz: „Anpassung an den Mainstream“.</p>



<p>„Katastrophal für unser Lager“ nennt Kaiser das Hamburger Wahlergebnis. (<a href="http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/afd-mit-blauem-auge-davongekommen">bnr.de berichtete</a>)
 Dem im AfD-Spektrum als „gemäßigt“ geltenden Landesverband hält er vor,
 sein Wahlkampf sei „zahn-, ideen-, planlos“ gewesen. „Man klebte 
Plakate, die allen Ernstes die Ästhetik und Inhalte der Lucke-Ära 
verbreiteten.“ Und nicht nur die Optik erinnerte Kaiser an den 
AfD-Gründer: „Es war nicht nur weltanschaulich grotesk, eine 
Lucke-Programmatik zwischen CDU der 1980er und der FDP von heute zu 
verantworten, sondern auch strategisch unverzeihlich: Man setzte nicht 
auf ein falsches Pferd, sondern auf ein totes.“ Hamburgs AfD habe „nur 
eine um Islamkritik erweiterte Resterampe-FDP darstellen“ wollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Solidarisch-patriotisches Erfolgsrezept“</h2>



<p>Man habe sich als Kraft inszeniert, „die das saturierte und 
schaffende Bürgertum der altehrwürdigen Hansestadt Hamburg vertreten 
würde“, und auf den Anspruch verzichtet, „eine schichtenübergreifende 
,Volkspartei&#8216; darstellen zu wollen“. Nach Kaisers Meinung musste das zu 
einer Wahlschlappe führen: „Überall dort, wo die AfD bemüht ,bürgerlich&#8216;
 und ,liberalkonservativ&#8216; agiert, also Liberale und Christdemokraten 
einer angeblich besseren Vergangenheit imitiert, nähert sie sich den 4-5
 Prozent der verblichenen Lucke-AfD an.“ Noch nirgends habe der 
„bürgerlich-opportunistische Kurs“ bewiesen, dass er Erfolge einfahren 
könne.</p>



<p>Stattdessen empfiehlt Kaiser – und man darf annehmen: mit ihm auch 
Höcke – einen schärferen Kurs. Es spreche alles dafür, „das 
solidarisch-patriotische Erfolgsrezept aus dem Osten auch in westlichen 
Bundesländern zu versuchen“. Allen voran von Sachsen-Anhalt, Thüringen, 
Brandenburg und Sachsen solle man nach Jahren der Stagnation im Westen 
lernen. Kaiser: „Überall dort, wo die AfD solidarisch-patriotische 
Ansätze vertritt, also vermeintlich (!) linke, soziale Programmatik 
(Solidarität, soziale Sicherheit, Kritik der Ellbogengesellschaft usw.) 
mit rechten Themen (Migration, innere Sicherheit, Kritik des 
linksliberalen Einheitsbreis usw.) synthetisiert, hat sie die 
20-Prozent-Marke überschritten und wächst quantitativ wie qualitativ.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Niedersachsens Landeschefin darf grüßen</h2>



<p>Kaisers Beitrag dürfte eine der Vorlagen sein, wenn Höckes „Flügel“ 
demnächst wieder einmal in nach der Macht in vorgeblich „gemäßigten“ 
Landesverbänden greift. Beim Parteitag in Baden-Württemberg ging er zwar
 kürzlich leer aus. Doch in Niedersachsen und Berlin dürften sich für 
ihn in diesem Frühjahr die nächsten Gelegenheiten zur Revanche bieten.</p>



<p>Seine Sicht der Dinge kann Björn Höcke in den nächsten Wochen zwei 
Mal im Westen ausbreiten.&nbsp; Am 15. April ist er auf Einladung der 
Landtagsabgeordneten Stephan Bothe und Peer Lilienthal bei einem 
„Niedersachsenabend“ im Raum Hannover zu Gast. Anders als bei einem 
halbkonspirativ vorbereiteten Treffen von „Flügel“-Anhängern Anfang 
Februar (<a href="http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/afd-hamburg-angst-vor-den-pegida-fotos">bnr.de berichtete</a>)
 ist diesmal auch Niedersachsens Landes- und Fraktionsvorsitzende Dana 
Guth eingeladen. Ein Grußwort darf die (nach AfD-Maßstäben) als 
„gemäßigt“ geltende Parteichefin beim „Niedersachsenabend“ sprechen. Den
 Abgeordneten stehe es frei, wen sie einladen, kommentierte sie den 
Höcke-Auftritt säuerlich.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auftritt mit dem Ex-Gegner</h2>



<p>Zwei Wochen vorher ist Höcke in Nordrhein-Westfalen zu Gast. Der 
AfD-Kreisverband Höxter hat den Thüringer eingeladen, am 28. März bei 
seiner Auftaktveranstaltung zum Kommunalwahlkampf zu sprechen. Als 
weiterer Referent ist der Landeschef der NRW-AfD Rüdiger Lucassen 
vorgesehen. Er war im vorigen Jahr an der Spitze einer Riege von 
„Flügel“-Gegnern zum Vorsitzenden gewählt worden, vollzieht nun aber 
offenbar Lockerungsübungen.</p>



<p>Längst nicht allen in der NRW-AfD gefällt die Einladung von Björn 
Höcke. „Hier wird eine Beschädigung des Landesverbands in Kauf 
genommen“, schimpft Markus Scheer, Sprecher des einflussreichen 
AfD-Kreisverbands Bochum. „Der Typ“, womit Scheer offenbar Höcke meint, 
habe schon einmal den Wahlkampf torpediert. Und weiter: „Warum mischt 
sich dann einer aus Thüringen in Bayern, Niedersachsen und NRW ein. Um 
den Zusammenhalt zu fördern? Oder eher wie in Niedersachsen den Sturz 
des Landesvorstands anzuführen?“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Komponenten von „Lone Wolf“-Rechtsterrorismus</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/komponenten-von-lone-wolf-rechtsterrorismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Feb 2020 10:28:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Presse 2020]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Gauland]]></category>
		<category><![CDATA[Incel-Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Tobias Rathjen]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Armin Pfahl-Traughber 24.02.2020 &#8211; Der Attentäter von Hanau: Psychische Bedingungsfaktoren schließen politische Bedingungsfaktoren nicht aus. Für führende AfD-Politiker gab es in Hanau keine terroristische Tat. Es habe sich um den Ausdruck eines unpolitischen Wahns gehandelt, lautet die Deutung vieler hochrangiger Funktionsträger in Stellungnahmen. So meinte beispielsweise der AfD-Bundeschef &#160;Jörg]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p>Von Armin Pfahl-Traughber  24.02.2020 &#8211; </p>



<p style="font-size:18px"><strong>Der Attentäter von Hanau: Psychische Bedingungsfaktoren schließen politische Bedingungsfaktoren nicht aus.</strong></p>



<p>Für führende AfD-Politiker gab es in Hanau keine terroristische Tat. 
Es habe sich um den Ausdruck eines unpolitischen Wahns gehandelt, lautet
 die Deutung vieler hochrangiger Funktionsträger in Stellungnahmen. So 
meinte beispielsweise der AfD-Bundeschef &nbsp;Jörg Meuthen: „Das ist weder 
rechter noch linker Terror, das ist die wahnhafte Tat eines Irren.“ Und 
der Co-Bundestagsfraktionsvorsitzende Alexander Gauland erklärte: „Bei 
einem völlig geistig Verwirrten sehe ich kein politisches Ziel, insofern
 bin ich vorsichtig bei dem Begriff Terror. Und von links und rechts 
wollen wir hier gar nicht reden. Das ist ein Verbrechen.“ Gleichzeitig 
distanzierte man sich von einer AfD-kritischen Einschätzung, wonach man 
keine Mitschuld an den Morden trage. Doch wie steht es um die beiden 
genannten Aussagen? War der Mord an neun Menschen mit 
Migrationshintergrund nur die Tat eines Verrückten? Und kann die AfD von
 daher jede Verantwortung von sich weisen?</p>



<p>Eine Antwort auf diese Fragen setzt die Beschreibung der Tat und 
einen Blick auf den Täter voraus. Am Mittwoch, den 19. Februar 2020 
erschoss ein Mann gegen 22.00 Uhr in und vor der Shisha-Bar „Midnight“ 
und der Café-Bar „La Votre“ in Hanau vier Menschen. Danach fuhr er 
weiter zu einer Café-Bar „Arena“ in der gleichen Stadt und ermordete 
dort weitere fünf Menschen. Wie sich später herausstellte, waren die 
Opfer dem Täter nicht bekannt. Sie wurden offenkundig nur aufgrund ihres
 Migrationshintergrundes ausgewählt. Danach fuhr der Mann weiter in 
seine Privatwohnung, wo er mit seiner 72-jährigen Mutter lebte. Er 
erschoss diese ebenfalls und dann sich selbst. Der ebenfalls anwesende 
Vater blieb unverletzt. Demnach kamen durch die Ereignisse elf Menschen 
ums Leben, den Täter eingeschlossen. Darüber hinaus wurden sechs 
Personen verletzt, eine davon schwer. Eine besondere Erklärung 
hinterließ der Mann nicht, auch fanden sich weder in seinem Fahrzeug 
noch an den Tatorten irgendwelche Symbole. Die Opfer waren zwischen 21 
und 44 Jahre alt und hatten unter anderem bosnische, bulgarische, 
rumänische und türkische Migrationshintergründe. Bei dem Attentäter 
handelte es sich um den 43-jährigen Tobias Rathjen. Mittlerweile liegen 
einige Angaben zu seinen Besonderheiten und seinem Lebensweg vor: Er 
hatte 1996 sein Abitur gemacht und galt bei seinen Mitschülern als 
zurückhaltend. Beachtlich ist vielleicht, dass Rathjen keinen Wehr-, 
sondern Zivildienst leistete. Danach begann er eine Banklehre und 
studierte anschließend Betriebswirtschaftslehre. Ansonsten scheint er 
ein unauffälliges Privatleben geführt zu haben. Bedeutsam ist, dass er 
keine Frau oder Freundin hatte, was aus bestimmten Gründen noch 
interessant sein wird. Darüber hinaus verdient Beachtung, dass Rathjen 
&nbsp;noch als über 40-Jähriger bei seinen Eltern lebte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kombination von fremdenfeindlichen und verschwörungsideologischen Inhalten</h2>



<p>Als Mitglied eines Schützenvereins war ihm der Umgang mit Waffen 
vertraut. Einer politischen Organisation gehörte er indessen nicht an, 
was generell gilt, also sowohl bezogen auf einen rechtsextremistischen 
wie nicht-rechtsextremistischen Personenzusammenschluss. Auch handelte 
Rathjen allein, sowohl bei der Tat selbst wie bei deren Vorbereitung. 
Über Anstifter oder Helfer ist nichts bekannt. Rathjen. hinterließ 
indessen auf seiner Internet-Homepage unterschiedliche Texte und nahm 
auch ein gesondertes Video auf. Dadurch ergeben sich Einblicke in sein 
Weltbild, wobei autobiographische, fremdenfeindliche und 
verschwörungsideologische Inhalte in einer inneren Kombination 
auszumachen sind. Demnach ging Rathjen davon aus, dass er bereits seit 
seiner Kindheit regelmäßig von einem Geheimdienst überwacht wurde. Deren
 Angehörige seien in der Lage, „die Gedanken eines anderen Menschen 
lesen zu können und darüber hinaus fähig &#8230;, sich in diese 
‚einzuklinken‘ und bis zu einem gewissen Grad eine Art‚Fernsteuerung‘ 
vorzunehmen.“ Darüber hinaus sprach er von der Möglichkeit von 
„Zeitreisen“, sich auch formal nicht stimmige Zusammenhänge postuliert 
wurden: „Zudem müssen wir eine ‚Zeitschleife‘ fliegen und den Planeten, 
den wir unsere Heimat nennen, zerstören, bevor vor vielen Milliarden 
Jahren das erste Leben entstand.“ Außerdem ging es noch um Außenpolitik,
 Fußball, Hollywoodfilme und Lehrveranstaltungen.</p>



<p>Neben derartigen Auffassungen fanden sich bei Rathjen aber auch viele
 fremdenfeindliche bis rassistische Statements: So listete er über 20 
Länder auf, die von Afghanistan über Israel bis zur Türkei reichen, 
deren „Völker komplett vernichtet werden müssen.“ Er habe schon in 
jungen Jahren erkannt, dass das „schlechte Verhalten bestimmter 
Volksgruppen“ ein Problem sei. Denn: „Diese Menschen sind äußerlich 
instinktiv abzulehnen und haben sich zudem in ihrer Historie nicht als 
leistungsfähig erwiesen.“ Demgegenüber wurde von ihm als Gegenbild ein 
Nationalismus gestellt: „Umgekehrt lernte ich mein eigenes Volk kennen, 
als ein Land, aus dem das Beste und Schönste entsteht und herauswächst, 
was diese Welt zu bieten hat.“ Denn seine Landsleute hätten „die 
Menschheit als Ganzes hervorgehoben“. Forderungen zur Grenzsicherung 
seien auch richtig, wie etwa die angestrebte Mauer zu Mexiko. Seine 
eigenen Ideen, meinte Rathjen, würden von Trump bereits umgesetzt, 
allerdings nicht von diesem bewusst ,sondern „über die so genannte 
Fernsteuerung“. Er hielt sich demnach selbst für ein Genie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hinweise auf die „Incel“-Bewegung</h2>



<p>Blickt man auf solche und die vorgenannten Aussagen, so wird 
deutlich: Rathjen war offenkundig psychisch krank. Es lassen sich 
Bestandteile von einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie 
erkennen, kombiniert mit einer narzisstischen Überhöhung der eigenen 
Person und wilden Verschwörungsvorstellungen über die Welt. Mit diesen 
erklärte sich Rathjen auch, dass er nie eine Frau oder Freundin hatte, 
was im Ergebnis auf eine geheimdienstliche Überwachung zurückgeführt 
wurde. In diesem Detail lassen sich Hinweise auf die „Incel“-Bewegung 
erkennen. Dabei handelt es sich um allein stehende Männer, die 
unfreiwillig im Zölibat leben. Derartige Besonderheiten und 
Einstellungen gab es bei nicht wenigen der „ Lone-Actor“ im 
Rechtsterrorismus. Insofern kommt diesem scheinbar eher nur privaten 
Gesichtspunkt auch hier eine inhaltliche Relevanz bei der 
Ursachenanalyse zu.</p>



<p>Bedeuten aber nun die Hinweise darauf, dass der Attentäter erkennbar 
psychisch stark gestört war, dass es sich hier auch um eine psychisch 
motivierte und damit unpolitische Tat handelte? Eine derartige Deutung, 
die nicht nur von den einleitend erwähnten AfD-Politikern immer mal 
wieder vorgetragen wird, ignoriert, dass zwischen politischen und 
psychischen Bedingungsfaktoren kein Widerspruch bestehen muss. Blickt 
man auf die Entwicklung des „Lone Actor“- oder „Lone 
Wolf“-Rechtsterrorismus, so lässt sich immer wieder die Kombination 
beider Ursachen im Wechselverhältnis miteinander feststellen. Auch bei 
Anders Breivik, dem wohl international bekanntesten Fall in diesem 
Sinne, konnten beide Komponenten ausgemacht werden. Die Betonung des 
psychischen Gesichtspunktes wird häufig von den juristischen 
Verteidigern vorgenommen, um damit eine geringere Freiheitsstrafe für 
ihre Klienten zu erwirken. Es ist darüber hinaus schwierig, die 
politischen und psychischen Bedingungsfaktoren bei solchen Taten 
quantitativ einzuschätzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konkrete Opferauswahl aus ideologischen Prägungen</h2>



<p>Vor einerderartigen Notwendigkeit steht man in der  sozialwissenschaftlichen Terrorismusforschung indessen nicht. Danach  bietet sich folgende Differenzierung an: Es gilt bei solchen  Ereignissen, die Gewalttat für sich und die Opferauswahl für sich  hinsichtlich ihrer Ursachen zu analysieren. Genau dies ist mit den  beiden unterschiedlichen Ebenen gemeint. Die besonders brutale  Gewaltanwendung ist wohl meist tatsächlich primärpsychologisch  erklärbar, handelt es sich doch hier um hohe Intensitätsgrade eben bis  hin zu einem Massenmord. Doch wie erklärt sich dann die jeweilige  Auswahl der Opfer, steht diese doch für eine inhaltliche Motivation und  politische Prägung. Letzteres lässt sich auch bei Rathjen ausmachen, der  eben aufgrund seiner fremdenfeindlichen bis rassistischen  Grundpositionen die Orte seiner mörderischen Tat aufsuchte. Die  Erklärungen auf der eigenen Homepage belegen diese ideologischen  Prägungen, mögen sie in sich noch so lückenhaft oder widersprüchlich  sein. Aus diesen Deutungsmustern heraus erfolgte die konkrete  Opferauswahl. Bislang ist noch nicht bekannt, was Rathjen besonders  beeinflusste. Aufgrund seiner sozialen Isolation dürften es eher  Internetseiten und keine Organisationen gewesen sein.</p>



<p>Quelle: <a rel="noreferrer noopener" aria-label="bnr.de (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.bnr.de" target="_blank">bnr.de</a>     Autor:  Armin Pfahl-Traughber am  24.02.2020 </p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Brandstiftung mit „fremdenfeindlichem Hintergrund“?</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/brandstiftung-mit-fremdenfeindlichem-hintergrund/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2020 17:32:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse 2020]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Anschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Barrien]]></category>
		<category><![CDATA[Bunker 16]]></category>
		<category><![CDATA[Syke]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?p=1188</guid>

					<description><![CDATA[13.02.2020 &#8211; In der Kleinstadt Syke in Niedersachsen ist ein Anschlag auf eine Gaststätte verübt worden – der Betreiber hat Migrationshintergrund. Die Täter, die in der letzten Nacht das Restaurant Martini in der niedersächsischen Kleinstadt Syke im Landkreis Diepholz anzündeten, hinterließen eine zerschlagene Glastür und große schwarze Hakenkreuze an einer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p>

	13.02.2020 &#8211; </p>



<p>In der Kleinstadt Syke in 
Niedersachsen ist ein Anschlag auf eine Gaststätte verübt worden – der 
Betreiber hat Migrationshintergrund.</p>



<p>Die Täter, die in der letzten Nacht das Restaurant Martini in der 
niedersächsischen Kleinstadt Syke im Landkreis Diepholz anzündeten, 
hinterließen eine zerschlagene Glastür und große schwarze Hakenkreuze an
 einer Außenwand des Gebäudes. Zusätzliche Spuren deuten auf einen 
Anschlag hin. 2019 war das von einem Deutschen geführte Lokal vom 
Ortsteil Barrien an die Nienburger Straße umgezogen. Inzwischen wird es 
von einem Syker mit syrischem Migrationshintergrund geführt, wie die 
Polizei verlauten ließ. Bei der Brandstiftung wird von einem 
„fremdenfeindlichen Hintergrund“ ausgegangen. Freiwillige Feuerwehren 
aus den umliegenden Gemeinden konnten in den frühen Morgenstunden ein 
Übergreifen auf weitere Häuser verhindern, sechs Anwohner/innen wurden 
in Sicherheit gebracht. Der Staatsschutz der Polizei wurde 
eingeschaltet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/02/fire-340917_1280-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-1189" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/02/fire-340917_1280-1024x683.jpg 1024w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/02/fire-340917_1280-300x200.jpg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/02/fire-340917_1280-768x512.jpg 768w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/02/fire-340917_1280-420x280.jpg 420w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/02/fire-340917_1280.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Symbolbild von <a href="https://pixabay.com/de/users/KFV-Paderborn-249444/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=340917">Niklas Schäfers</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=340917">Pixabay</a> </figcaption></figure>



<p>Nur wenige Tage zuvor, am Samstagvormittag, hatte es auch in Syke 
Proteste gegen die AfD und die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich 
zum Ministerpräsidenten in Thüringen gegeben. Über 100 Menschen folgten 
dem Aufruf „Thüringen: Die Dämme brechen“ des Bündnisses „Wir sind mehr.
 Landkreis Diepholz“ und der Initiative Seebrücke vor das Kreishaus. Die
 Zeitnähe zwischen dem Brandanschlag und der Kundgebung in Syke gegen 
die AfD in Thüringen verwundert auch engagierte Mitglieder. „Wir fragen 
uns schon, ob es da einen Zusammenhang geben könnte“, so Michael Roeder 
vom „Wir sind mehr Bündnis Diepholz. „Wir waren da ja auch noch mit etwa
 20 Demoteilnehmern im Martini essen“, sagt Roeder. Und er hofft, dass 
auch dieser Verbindung polizeilich nachgegangen werde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gastwirte bieten der AfD kein Forum</h2>



<p>Die AfD im Landkreis Diepholz gilt als Anhängerschaft des völkischen 
„Flügels“, 2017 wurde Alexander Gauland als Redner nach Brinkum 
eingeladen. Doch im Stadtrat der ehemaligen Kreisstadt Syke ist die 
Partei nicht vertreten. Das Wahlergebnis für die AfD lag bei der letzten
 Landtagswahl im Wahlkreis Syke bei rund sechs Prozent. „Tief betroffen“
 von dem Vorfall zeigte sich am Morgen Bürgermeisterin Suse Laue 
gegenüber lokalen Medien. Sie verurteile die Tat, die nicht zu dem 
bisher guten Miteinander in Syke passe. Der Syker Rat werde sich am 
Donnerstagabend mit dem Thema beschäftigen. Sie werde sich dafür 
einsetzen, dass er die Tat verurteile, so die Bürgermeisterin.<br>
&nbsp;</p>



<p>Syke ist kein Hotspot der extrem rechten Szene, doch Erika Schneider 
von der Seebrückeninitiative betont, dass die AfD sehr wohl präsent sei:
 „Sie sind überall dabei und vor allem im Landkreis Diepholz aktiv – zum
 Glück will die Mehrheit der Gastwirte ihnen kein Forum bieten“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mit Sturmmaske bei der NPD-Sonnenwendfeier</h2>



<p>Der Ortsteil Barrien galt unter Rechten als „Arrien“, das B am 
Ortseingangsschild wurde verklebt. 2019 attackierte in dem Syker 
Ortsteil ein so genannter „Reichsbürger“ einen CDU-Politiker öffentlich,
 beleidigte und bedrohte ihn. Hier tummeln sich seit Jahrzehnten Rechte.
 Beim Schützenfest kam es zu Übergriffen gegen Geflüchtete, berichten 
Jugendliche. Ein Mitglied der Bremer Rechtsrock-Band „Endstufe“ wohnt in
 Barrien. Der Mann spielt auch Schlagzeug in der Szene-Combo „Bunker 
16“. Ein weiteres Bandmitglied wohnte ganz in der Nähe. Im Mai 2011 trat
 „Bunker 16“ im nahen Groß Mackenstedt auf, keine 20 Kilometer entfernt 
von Syke. Rund 150 Rechtsrock-Fans aus ganz Norddeutschland sollen 
teilgenommen haben. Dort an der Landesgrenze zu Bremen befanden sich 
lange Jahre Proberäume für diverse rassistische Bands.</p>



<p>Ein aus Bremer stammender Rechtsextremist ist nach Syke gezogen. Im 
Dezember trat er mit Sturmmaske bei der Sonnenwendfeier der NPD in 
Eschede auf, wie Fotos belegen. Jugendliche Mitglieder einer 
Fußballmannschaft aus Syke posteten bei Facebook Fotos in Shirts mit der
 Aufschrift „TuS Syke – Meine Heimat – meine Liebe – mein Stolz“, ein 
Trainer zeigt sich im Profilbild mit einer Panzerfaust im Anschlag. &nbsp;</p>



<p>In der Region um Syke siedeln zudem Anhänger der kriminellen  Rockergang „Hells Angels“ an. Ein Imbiss und ein Restaurant in der nahen  Umgebung werden aus dem Umfeld des im Landkreis Diepholz ansässigen „MC  Legion“ betrieben. Eine umtriebige Szene also gibt es auch dort.  Die  Polizei ermittelt in alle Richtungen, konkrete Hinweise auf die Täter  des Anschlages liegen bisher anscheinend nicht vor. (ar)</p>



<p>Quelle: <a rel="noreferrer noopener" aria-label="https://www.bnr.de (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.bnr.de" target="_blank">https://www.bnr.de</a>   Autor: Andrea Röpke vom 13.02.2020</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verschwörungstheorien zur „Auflösung des Volkes“</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/verschwoerungstheorien-zur-aufloesung-des-volkes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2019 16:37:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Hermannstreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?p=1049</guid>

					<description><![CDATA[Von Linda Janssen 13.12.2019 &#8211; Beim „Hermannstreffen“ des „Alternativen Kulturkongressses Deutschland“ in Ostwestfalen-Lippe referierten fünf Redner des AfD-„Flügels“ für „Deutsche Souveränität und deutsche Interessen“. Dabei wetterten sie unter anderem gegen Migranten und stellten Verschwörungstheorien zu einer angeblichen Fremdbestimmung Deutschlands auf. Mit etwas Verspätung: Referent Armin-Paul Hampel wird am Hotel Schniedermann]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p>Von Linda Janssen   13.12.2019 &#8211; </p>



<p><strong>Beim „Hermannstreffen“ des  „Alternativen Kulturkongressses Deutschland“ in Ostwestfalen-Lippe  referierten fünf Redner des AfD-„Flügels“ für „Deutsche Souveränität und  deutsche Interessen“. Dabei wetterten sie unter anderem gegen Migranten  und stellten Verschwörungstheorien zu einer angeblichen Fremdbestimmung  Deutschlands auf.</strong></p>



<div class="wp-block-media-text alignwide" style="grid-template-columns:64% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="170" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/12/hermannstreffen.jpg" alt="" class="wp-image-1050"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-normal-font-size"> Mit  etwas Verspätung: Referent Armin-Paul Hampel wird am Hotel   Schniedermann von Karl-Heinz Tegethoff und anderen in Empfang genommen;   Photo: Linda Janssen     </p>
</div></div>



<p>Auf Facebook posieren 
zahlreiche Besucher der Veranstaltung gemeinsam mit den Referenten auf 
verschiedenen Fotos und loben die Veranstaltung, die am vergangenen 
Samstag im Hotel Schniedermann in Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis 
Gütersloh) stattgefunden hat. Das so genannte „Hermannstreffen“ des 
AfD-nahen Vereins „Alternativer Kulturkongress Deutschland“ fand damit 
zum zweiten Mal in Ostwestfalen-Lippe statt. Auch dieses Mal referierten
 Redner die der völkisch-nationalistischen Gruppierung „Der Flügel“ 
innerhalb der AfD zuzuordnen sind. Das Treffen war zuvor im Internet 
ohne genauen Veranstaltungsort konspirativ für den „Raum Ostwestfalen“ 
angekündigt worden.&nbsp;</p>



<p>Hinter dem Thema der Veranstaltung „Deutsche Souveränität und 
deutsche Interessen“ steht laut Ankündigungstext des „Alternativen 
Kulturkongresses“ die Annahme, dass Deutschland von anderen Staaten – 
insbesondere den USA – beeinflusst beziehungsweise dominiert werde. 
„Fremde Streitkräfte mitsamt deren Kernwaffen und Geheimdiensten“ seien 
noch immer in Deutschland, heißt es im Text. Weiter ist die Rede von 
„westlichen Geheimdiensten“, die Telefone abhören würden. Der deutsche 
Staat, der „sein eigenes Staatsvolk auflöst“ und „Kriminalität nicht 
mehr verfolgt […] aber wie selbstverständlich Andersdenkende und 
Dissidenten umso härter und konsequenter verfolgt“, zerstöre dadurch 
seine Staatsgewalt.&nbsp; Der Text gibt ein sehr verzerrtes bis 
verschwörungslastiges Bild von staatlicher Souveränität sowie der 
Rechtsstaatlichkeit Deutschlands wieder, das sich in den nach der 
Veranstaltung veröffentlichten Reden der Referenten widerspiegelt und 
fortsetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Redebeiträge gegen Migration und Gender</h2>



<p>Als Referenten hatte der „Alternative Kulturkongress“ Armin-Paul 
Hampel, Jens Kestner, Oliver Kirchner, Christian Blex und Dubravko 
Mandic angekündigt. Hampel ist Mitglied des Bundestags für die AfD und 
gehört dem rechten Parteinetzwerk „Goslarer Runde“ innerhalb der AfD an.
 Kestner sitzt ebenfalls für die AfD im Bundestag und ist, wie Kirchner 
(AfD Sachsen-Anhalt) und Blex (AfD NRW) dem völkisch-nationalistischen 
„Flügel“ der AfD zuzuordnen, an deren Spitze Björn Höcke steht. Der 
Flügel stellt für den Verfassungsschutz einen Verdachtsfall für 
rechtsextreme Bestrebungen dar. Zur gleichen Organisation gehört 
Dubravko Mandic, der mehrfach öffentlich mit Rechtsextremismus-Vorwürfen
 konfrontiert wurde. In seiner bei YouTube veröffentlichten Rede in 
Schloß Holte-Stukenbrock sprach er von „Massenmigration“ und 
„Genderismus“ und verglich diese mit einer „Antiimmunerkrankung“ und 
einer „inneren Aushöhlung und Zersetzung“, die zu bekämpfen sei. 
Unschlagbar sei man, wenn man an die „gemeinsame Sache“ glaube und nahm 
Bezug auf die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“.</p>



<p>In weiteren Reden wird versucht, eine „deutsche Identität“ mit 
historischen Gegebenheiten und Persönlichkeiten wie zum Beispiel Hermann
 dem Cheruskerfürsten – an den, beziehungsweise dem Denkmal im unweit 
entfernten Detmold, man sich mit dem Namen „Hermannstreffen“ anlehnt – 
zu begründen und hervorzuheben. In der Rede von Mandic geht diese 
Zeitreise sogar bis zurück in die Bronzezeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Besucher aus ganz Deutschland</h2>



<p>Die Teilnehmer der Veranstaltung waren aus dem gesamten Bundesgebiet 
angereist, ein Großteil aus Nordrhein-Westfalen. Auch Personen aus den 
Reihen der ostwestfälischen AfD-Kreisverbände hatten sich zum 
„Hermannstreffen“ in dem Autobahn-nahen Hotel Schniedermann eingefunden,
 darunter beispielsweise Karl-Heinz Tegethoff aus Paderborn, der den 
Referenten Armin-Paul Hampel in Empfang nahm.</p>



<p>Zum letztjährigen „Hermannstreffen“, das weniger als zehn Kilometer 
entfernt in einer Gaststätte in Augustdorf stattfand, hatte der 
„Alternative Kulturkongress“ unter anderem Björn Höcke eingeladen, sowie
 Gianluca Savioni von der italienischen Rechtsaußenpartei Lega. In 
diesem Jahr waren weniger hochkarätige Referenten angekündigt, was der 
Grund für die etwas geringere Besucherzahl als im Vorjahr sein kann. Das
 „Hermannstreffen 2018“ stand unter dem Thema „Das wahre Europa“ und war
 ebenso konspirativ ohne genauen Veranstaltungsort beworben worden. Am 
Ende des Treffens 2018 wurde von den Referenten ein so genanntes 
„Europa-Manifest“ unterzeichnet, ob es bei dieser Veranstaltung ein 
ähnliches „Resultat“ gab, ist noch unbekannt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Metalldetektoren, Security und Provokationen</h2>



<p>Vor Ort zeigten sich die Veranstalter trotz geheim gehaltenem 
Veranstaltungsort vorsichtig: Mehrere Sicherheitsleute waren vor dem 
Eingang postiert, es wurde beim Einlass ein Metalldetektor verwendet, 
mit dem ankommende Besucher durchsucht worden. Als sich auf der 
gegenüberliegenden Straßenseite eine Gruppe von circa einem Dutzend 
Demonstranten zu einem spontanen Gegenprotest versammelte, riefen die 
Veranstalter die Polizei und die Besucher zückten sofort zahlreiche 
Handys und Kameras, um Fotos zu machen. Einige zeigten sich provozierend
 und hämisch grinsend, es wurde in Richtung anwesender Journalisten 
gepöbelt und mit Anzeigen gedroht. Der Gegenprotest verlief friedlich 
und ein Großteil davon löste sich nach Beginn der Veranstaltung auf.</p>



<p>bericht  aus <a href="https://www.bnr.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="bnr.de (öffnet in neuem Tab)">bnr.de</a> vom 13.12.2019 von: Linda Janssen</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>AUFSTEHEN GEGEN RASSISMUS (AgR) bei den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag am 30.11. in Braunschweig</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/aufstehen-gegen-rassismus-agr-bei-den-protesten-gegen-den-afd-bundesparteitag-am-30-11-in-braunschweig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2019 10:24:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demos]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen 2019]]></category>
		<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Demo]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Kundgebung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ab 7 Uhr: während der Protestaktionen&#160;rund um die VW-Halle Noch wissen wir wegen der unkooperativen Versammlungsbehörde nicht, wo genau die ab 7 Uhr angemeldeten Kundgebungen rund um die VW-Halle stattfinden können. Gegen den erteilten Auflagenbescheid läuft derzeit ein Klageverfahren des Bündnisses gegen Rechts (BgR) Braunschweig, um zu erreichen, dass unser]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<figure class="wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="708" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-01-1024x708.jpg" alt="" data-id="1015" data-full-url="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-01.jpg" data-link="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?attachment_id=1015" class="wp-image-1015" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-01-1024x708.jpg 1024w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-01-300x208.jpg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-01-768x531.jpg 768w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-01-1536x1063.jpg 1536w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-01.jpg 1752w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="840" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-02-1024x840.jpg" alt="" data-id="1016" data-full-url="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-02.jpg" data-link="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?attachment_id=1016" class="wp-image-1016" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-02-1024x840.jpg 1024w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-02-300x246.jpg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-02-768x630.jpg 768w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-02-1536x1260.jpg 1536w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-02.jpg 2036w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="670" height="960" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-03.jpg" alt="" data-id="1017" data-full-url="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-03.jpg" data-link="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?attachment_id=1017" class="wp-image-1017" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-03.jpg 670w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-03-209x300.jpg 209w" sizes="auto, (max-width: 670px) 100vw, 670px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="637" height="960" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-04.jpg" alt="" data-id="1018" data-full-url="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-04.jpg" data-link="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?attachment_id=1018" class="wp-image-1018" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-04.jpg 637w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-04-199x300.jpg 199w" sizes="auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="725" height="960" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-05.jpg" alt="" data-id="1019" data-full-url="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-05.jpg" data-link="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?attachment_id=1019" class="wp-image-1019" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-05.jpg 725w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-05-227x300.jpg 227w" sizes="auto, (max-width: 725px) 100vw, 725px" /></figure></li></ul></figure>


<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-998" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-300x100.jpeg" alt="" width="525" height="175" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-300x100.jpeg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-1024x341.jpeg 1024w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig-768x256.jpeg 768w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braunschweig.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /></p>
<p><u><strong>Ab 7 Uhr: während der Protestaktionen&nbsp;rund um die VW-Halle</strong></u></p>
<p>Noch wissen wir wegen der unkooperativen Versammlungsbehörde nicht, wo genau die ab 7 Uhr angemeldeten Kundgebungen rund um die VW-Halle stattfinden können. Gegen den erteilten Auflagenbescheid läuft derzeit ein Klageverfahren des Bündnisses gegen Rechts (BgR) Braunschweig, um zu erreichen, dass unser Protest wie angemeldet in Hör- und Sichtweite des AfD-Parteitags stattfinden kann (siehe auch die Erklärung des BgR&nbsp;unter:&nbsp;<a href="http://buendnisgegenrechts.net/2019/11/22/versammlungsbehoerde-legt-steine-in-den-weg/">http://buendnisgegenrechts.net/2019/11/22/versammlungsbehoerde-legt-steine-in-den-weg/</a>)&nbsp;Vermutlich wird darüber allerdings erst am Freitag in letzter Instanz beschieden.&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-999" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braun-01-300x201.png" alt="" width="337" height="226" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braun-01-300x200.png 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braun-01-420x280.png 420w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braun-01.png 710w" sizes="auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px" /><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1000 alignright" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braun-02-300x201.png" alt="" width="337" height="226" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braun-02-300x200.png 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braun-02-420x280.png 420w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/30.11.19-braun-02.png 710w" sizes="auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px" /></p>
<p></p>
<p><strong>Gesichert ist zum aktuellen Zeitpunkt der gemeinsame</strong> <strong>Treffpunkt ab 7 Uhr in der Theodor-Heuss-Straße</strong>, wo auch aktuelle Aktionskarten mit den genehmigten Kundgebungsorten, EA-Nummern etc. ausgegeben werden. Um 9 Uhr wird dort in der Nähe die gemeinsame Auftaktkundgebung beginnen.&nbsp;</p>
<p><strong>Auch von AgR werden wir dort ab 7 Uhr in der Theodor-Heuss-Straße sein und</strong>&nbsp;frühe Teilnehmer*innen der Kundgebungen mit Material versorgen (z.B. Demo-Schilder u.a. mit der neuen Aufschrift „Stoppt die Brandstifter &#8211; Stoppt die AfD“).</p>
<p><u><strong>Ab 9 Uhr: während der Auftaktkundgebung</strong></u></p>
<p>Während der Auftaktkundgebung am Europaplatz ab 9 Uhr werden wir in der Theodor-Heuss-Straße, in der Nähe der Bühne stehen, mit dem Bollerwagen, Fahnen etc. und eventuell mit einem Klapptisch. Wir wollen <strong>gegen Spende Demo-Schilder, Sticker, Flyer, Buttons u.ä. verteilen und Teilnehmer*innen einladen, während der Demo mit&nbsp;uns im AgR-Demoblock mitzulaufen.</strong> Schließt euch gern an!</p>
<p><u><strong>Ab 10.45 Uhr: AgR-Demoblock während der Demo</strong></u></p>
<p><strong>Im offenen AgR-Demoblock wollen wir gemeinsam mit euch bei der Demo am 30.11. in Braunschweig gegen den Bundesparteitag der AfD ein starkes und buntes Zeichen gegen die AfD und für ein solidarisches Miteinander setzen.</strong></p>
<p>Der AgR-Demoblock wird <strong>hinter dem Leittransparent&nbsp;vorn in der Demo</strong> laufen.</p>
<p><strong>Wir laden herzlich dazu ein, einen kämpferischen Block zu gestalten und&nbsp;freuen uns auf eure Teilnahme. </strong>Wir&nbsp;werden Schilder, Transparente, Fahnen, Megafone und einen kleinen Lautsprecherwagen mitbringen. Wir haben bei&nbsp;Bündnispartner*innen Redebeiträge angefragt, Zettel mit Slogans für Sprechchöre und Musik vorbereitet und freuen uns darauf, zusammen mit euch die Botschaft unseres Protestes sicht- und hörbar zu machen: Unsere Alternative heißt Solidarität!</p>
<p><u><strong>Ab 13 Uhr: während der Abschlusskundgebung</strong></u></p>
<p>Bei der Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz werden wir mit einem Infostand am Ritterbrunnen vertreten sein, um Teilnehmer’*innen und Passant*innen über unsere Aktivitäten zu informieren und mit Material zu versorgen.</p>
<p><u><strong>Noch einige praktische Hinweise:</strong></u></p>
<ul>
<li><strong>Parkmöglichkeiten für Anreisende (auch für Busse) von auswärts</strong> gibt es auf dem Harz &amp; Heide-Gelände &#8211; der Platz wird von Aktiven der Kuhlen Wampe bewacht werden und Anreisende werden bei Ankunft mit Infos versorgt.</li>
<li>Weitere Infos gibt es laufend aktualisiert auch&nbsp;auf der Seite des Bündnis gegen Rechts in Braunschweig (<a href="http://buendnisgegenrechts.net/noafd-alle-infos/">http://buendnisgegenrechts.net/noafd-alle-infos/</a>)</li>
</ul>
<p><strong>Wir freuen uns auf einen kraftvollen Protest in Braunschweig und auf die Gelegenheit, mit vielen von euch gemeinsam dort gegen die Brandstifter der AfD aufzustehen!</strong></p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>AfD-Parteitag: Kritik an Ausschlussverfahren</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/afd-parteitag-kritik-an-ausschlussverfahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Nov 2019 10:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Identitäre Bewegung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?p=975</guid>

					<description><![CDATA[102 Seiten umfasst das Antragsbuch, das Ende des Monats beim Bundesparteitag der AfD in Braunschweig auf den Tischen der Delegierten liegen wird. Der rechte Flügel übt Kritik am Parteivorstand und an der Unvereinbarkeitsliste. Die 102 Seiten vermitteln abseits satzungsrechtlicher Formalien einen Eindruck, mit welchen Problemen sich die Partei aktuell herumquält.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p><strong>102 Seiten umfasst das  Antragsbuch, das Ende des Monats beim Bundesparteitag der AfD in  Braunschweig auf den Tischen der Delegierten liegen wird. Der rechte  Flügel übt Kritik am Parteivorstand und an der Unvereinbarkeitsliste.</strong></p>



<div class="wp-block-media-text alignwide" style="grid-template-columns:53% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="170" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/19.11.2019-AFD.png" alt="" class="wp-image-976"/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-normal-font-size"> Die 102 Seiten vermitteln abseits satzungsrechtlicher Formalien einen  Eindruck, mit welchen Problemen sich die Partei aktuell herumquält. Da  geht es um die Abgrenzung nach noch weiter rechts, die manchen zu  schroff erscheint. </p>
</div></div>



<p> Andere stoßen sich an den Ausschlussverfahren, die  sich vornehmlich  gegen das rechtere Lager der AfD richten. Wieder andere  wollen  verhindern, dass zwischenzeitlich ausgetretene (Ex-)Anhänger von   AfD-Mitbegründer Bernd Lucke wieder in die Partei aufgenommen werden.   Kritik wird an der Verschiebung des „Sozialparteitags“ geübt. Einige   Mitglieder wollen, dass Funktionäre finanziell bluten sollen, wenn wegen   ihres Umgangs mit fragwürdigen Spenden der AfD ein finanzieller  Schaden  entsteht.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterstützung für „Identitäre“</h2>



<p>Offen ist, ob es die konfliktträchtigen Anträge am Ende tatsächlich 
auf die Tagesordnung schaffen werden. Eine geschickte Parteitagsregie 
kann das verhindern. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte der 
AfD-Parteitage, wenn allzu Kontroverses gleich bei der Diskussion über 
die Tagesordnung ausgeklammert würde.</p>



<p>Derart kontrovers diskutiert werden dürfte unter anderem ein Antrag, 
der die „Identitäre Bewegung“ aus der Unvereinbarkeitsliste der Partei 
gestrichen sehen will. „Die Identitäre Bewegung Deutschlands besteht aus
 vielen jungen Patrioten, die sich, genau wie die AfD aus Sorge vor der 
Zukunft Deutschlands gegründet hat“, schreiben die Antragsteller. Die 
Beobachtung der IB durch den „sog. Verfassungsschutz“ sei rein 
willkürlich. Sie sei niemals gewalttätig gewesen und dürfe nicht 
„stigmatisiert“ werden, solange sie weiterhin friedlich ihre politischen
 Botschaften transportiere.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unvereinbarkeitsliste umstritten</h2>



<p>Noch weiter gehen die Autoren eines anderen Antrags. Sie wollen die 
Unvereinbarkeitsliste gleich komplett streichen. Sie sei „ein 
Satzungs-Relikt aus der Lucke-Zeit“. Durch ihre bloße Existenz habe sie 
zu vielen Streitigkeiten in der Partei geführt. „Durch unausgegorene, 
viel zu schnell beantragte und letztlich erfolglose 
Parteiausschlussverfahren mit Berufung auf diesen Satzungspassus kam es 
zu starken Verwerfungen in der Partei, die uns immer noch lähmen.“ Es 
habe „vielen unserer Wähler vor den Kopf gestoßen, dass gewaltfreie, 
patriotische Organisationen von ,der AfD&#8216; als ,extremistisch&#8216; gelistet 
werden, nur weil sie dem Mainstream, dem sog. ,Verfassungsschutz&#8216; und 
dem Zeitgeist nicht entsprechen“. Auch den gewünschten Erfolg in den 
Medien habe die Unvereinbarkeitsliste niemals gebracht. Die AfD solle 
selbstbewusst genug sein, sie abzuschaffen, empfehlen die Antragsteller:
 „Letztlich würde es dem inneren Frieden nutzen.“</p>



<p>Verschärft sehen wollen einige Delegierte die Voraussetzungen für den
 Ausschluss von Parteimitgliedern. In einem Antrag wird gefordert, dass 
ein Ausschlussantrag des Vorstands nicht mehr ausreichen soll. „Alle 
Ordnungsmaßnahmen, die zu einem Parteiausschluss führen können, müssen 
auf Mitgliederebene des betreffenden Kreises, Landes- oder Bundesebene 
abgestimmt werden“, heißt es in ihrem Vorschlag für eine 
Satzungsänderung. Ein solcher „Mitgliederentscheid“ habe „eine 
regulative, hemmende und deshalb vernunfteinflößende, positive Wirkung“.
 Die Autoren sind offenbar der Meinung, dass Vorstände zu häufig zum 
Instrument des Ausschlussverfahrens greifen. Sie fürchten, dass dadurch 
„unbequeme Mitglieder gebeugt oder ausgeschlossen werden, das hohe Gut 
der innerparteilichen Demokratie vernachlässigt wird, das 
Zusammengehörigkeitsgefühl empfindlich gestört wird, ein Klima der Angst
 entsteht vor einer eigenen, eventuell abweichenden Meinung“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ämtersperre bei gescheiterten Ausschlussverfahren</h2>



<p>„Viele Mitglieder in Vorständen benutzen aktuell amtsmissbräuchlich 
ein Parteiausschlussverfahren, um unliebsame Parteifreunde oder 
innerparteiliche Rivalen öffentlich zu diskreditieren, wohlwissend, dass
 das PAV niemals Erfolg hat“, klagen auch die Autoren eines weiteren 
Antrags. Sie verlangen: „Jedes Vorstandsmitglied des Verbandes oder 
einer Untergliederung, das für einen Antrag zum Parteiausschluss eines 
Mitgliedes stimmt, welcher von einem Parteischiedsgericht oder vor einem
 ordentlichen Gericht zu einem späteren Zeitpunkt endgültig abgelehnt 
wird, verliert sein Amt mit sofortiger Wirkung und darf für 5 Jahre 
keine Vorstandsämter mehr in der Partei besetzen.“ Der durch 
„amtsmissbräuchliche“ Ausschlussverfahren entstehende Schaden für die 
Gesamtpartei sei immens. Die daraus resultierenden persönlichen 
Feindschaften und Spaltungen seien unkontrollierbar. Sie würden 
„parteizersetzend“ wirken und langfristig in die politische 
Bedeutungslosigkeit führen. Derlei „Amtsmissbrauch“ müsse per Satzung 
hart sanktioniert werden.</p>



<p>Vom Misstrauen insbesondere gegenüber dem Bundesvorstand zeugen auch 
drei weitere Anträge. Die Kreisvorstände Alzey-Worms und Kitzingen 
wollen, dass ehemalige Mitglieder der Lucke-Parteien 
„Liberal-Konservative Reformer“ (LKR) und „Allianz für Fortschritt und 
Aufbruch (Alfa)&nbsp;grundsätzlich nicht in die AfD aufgenommen werden. (<a href="http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/boxen-wrestling-und-ein-afd-parteitag">bnr.de berichtete</a>)
 Führende Vertreter von LKR und Alfa hätten „immer wieder pointiert und 
verleumderisch Position gegen die AfD bezogen“. Sie, aber auch einfache 
Mitglieder hätten in der Vergangenheit „deutlich gemacht, dass sie weder
 die Disziplin noch die Loyalität zur AfD besitzen, um konstruktive 
Mitglieder der AfD zu sein“, meinen die beiden Vorstände aus 
Rheinland-Pfalz und Bayern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ärger wegen abgesagtem „Sozialparteitag“</h2>



<p>Gleich zwei Anträge beschäftigen sich mit dem eigentlich in diesem 
Jahr vorgesehenen, dann aber abgesagten „Sozialparteitag“, bei dem es 
insbesondere um die Rentenpolitik gehen sollte. (<a href="http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/afd-inszeniert-sich-sozial">bnr.de berichtete</a>)
 Wie Bundessprecher Jörg Meuthen unlängst ankündigte, soll der Parteitag
 nun im kommenden April stattfinden. In einem der Anträge wird verlangt,
 über die insbesondere von „Flügel“-nahen Teilen der AfD kritisierte 
Verschiebung eine „klärende Aussprache“ in Braunschweig zu führen.</p>



<p>Mit dem zweiten Antrag soll der Bundesvorstand formal verpflichtet 
werden, „einen zweitägigen Bundesparteitag zum Thema ,Arbeits- und 
Sozialpolitik einschließlich Rentenpolitik&#8216; einzuberufen, der im ersten 
Halbjahr 2020 stattzufinden hat“. Der Bundesparteitag soll beschließen, 
„dass der Bundesvorstand nicht berechtigt ist, von diesem verbindlichen 
Handlungsauftrag abzuweichen“. Das entscheidende Organ der AfD sei die 
Basis, vertreten durch den Bundesparteitag – „nicht der Bundesvorstand 
und auch nicht der Konvent“. Es könne keine Entschuldigung geben, eine 
Positionierung der AfD zu diesem wichtigen Thema länger hinauszuzögern.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Spendensünder sollen persönlich haften</h2>



<p>Auch die Frage möglicherweise illegaler Spenden beschäftigt 
Delegierte. Ein Antrag könnte insbesondere Jörg Meuthen, Alice Weidel 
und Guido Reil besonders nervös machen. Die Antragsteller wollen, dass 
sich die AfD zum Verursacherprinzip bekennt: „Wer vorsätzlich durch 
schuldhaftes Finanzgebaren die Partei zu Strafzahlungen zwingt oder von 
staatlichen Geldzuwendungen abhält, muss persönlich dafür haften.“ Eine 
grundsätzliche Vergemeinschaftung von Schulden und Strafzahlungen „durch
 das nachweislich selbstverschuldete Verhalten Einzelner“ lehne die AfD 
ab.</p>



<p>Der Satzungsausschuss und mit ihm AfD-Bundesschatzmeister Klaus 
Fohrmann streben hingegen eine Änderung der&nbsp;Finanz- und Beitragsordnung 
an. Sie würde nach ihren Vorstellungen künftig vorsehen, dass Landes-, 
Kreis- und Ortsverbände gegenüber der Bundespartei haften, „wenn sie 
durch ein von ihnen zu vertretendes Fehlverhalten Maßnahmen aufgrund des
 Parteiengesetzes verursachen, die von dem Präsidenten des Deutschen 
Bundestages oder einer gesetzlich sonst zuständigen Stelle gegen die 
Bundespartei ergriffen wurden“.</p>



<p>Mit ziemlicher Sicherheit dürfte es ein Antrag des Bundesvorstands 
auf die Tagesordnung schaffen. Der Vorstand will, dass in der Satzung 
ein Ehrenvorsitzender neu verankert wird. Der erste Kandidat für dieses 
Amt steht wohl auch schon fest: Alexander Gauland, der mit seinen fast 
79 Jahren zwar nicht in der Bundestagsfraktion, aber in der Partei 
amtsmüde geworden ist und sein Sprecheramt abgeben will.</p>



<p>Bericht aus: <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Blick nach Rechts (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.bnr.de" target="_blank">Blick nach Rechts</a> vom 19.11.2019  Autor:  Rainer Roeser </p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Da ist die Tür!“: Jan Böhmermann singt Protestsong – Nazis haben auf Partys nichts zu suchen</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/da-ist-die-tuer-jan-boehmermann-singt-protestsong-nazis-haben-auf-partys-nichts-zu-suchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2019 13:12:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Protestsong]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum 70. Geburtstag hat die FAZ groß gefeiert – unter anderem auch mit zwei AfD-Politikern. Im Neo Magazin Royale hat sich Jan Böhmermann mit einem Protestsong dazu geäußert, wie Gäste der Party hätten reagieren sollen. Sind Rechtspopulismus sowie fremdenfeindliche und rassistische Äußerungen inzwischen gesellschaftlich wieder so akzeptiert, dass auch AfD-Politiker]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
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<p><strong>Zum 70. Geburtstag hat 
die FAZ groß gefeiert – unter anderem auch mit zwei AfD-Politikern. Im 
Neo Magazin Royale hat sich Jan Böhmermann mit einem Protestsong dazu 
geäußert, wie Gäste der Party hätten reagieren sollen.</strong></p>



<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<p>
Sind Rechtspopulismus sowie fremdenfeindliche und rassistische 
Äußerungen inzwischen gesellschaftlich wieder so akzeptiert, dass auch 
AfD-Politiker wie Alexander Gauland und Stephan Brandner künftig zu 
Events eingeladen werden? Diese Frage stellt sich Jan Böhmermann nun 
öffentlich mit einem Protestsong – stellvertretend für alle, die sich 
vor wenigen Tagen doch sehr wunderten, dass eben jene Männer kürzlich 
bei der Feier zum 70. Geburtstag der FAZ gesichtet wurden. Häppchen und 
Sekt schmeckten ihnen offenbar gut – ihr Erscheinen bei der Party 
dagegen nicht jedem.

</p>



<p>
Denn: Wer Mitglieder der AfD einlädt, diene Böhmermann zufolge auch als 
„Steigbügelhalter“ und habe es mitzuverantworten, dass rechte Gesinnung 
normalisiert wird. Der Satiriker schrieb daraufhin den Protestsong 
„Licht an! Licht an!“ gegen das Einladen von Nazis:

</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Alexander Gauland zu Gast war</h3>



<p>Vergangene Woche fand im Berliner Restaurant „Borchardt“ die 
Geburtstagsfeier der Frankfurter Allgemeinen Zeitung statt. Da der 
heutige AfD-Politiker Alexander Gauland von 1991 bis 2005 
Mitgeschäftsführer der Märkischen Verlags- und Druck-Gesellschaft und 
Herausgeber der Märkischen Allgemeinen Zeitung war – beide gehörten zur 
Verlagsgruppe der FAZ – konnte offenbar auch der umstrittene Politiker 
an jenem Abend mitfeiern.</p>



<p>Auf Twitter richtete Böhmermann im Vorfeld bereits mehrere Fragen an 
die FAZ, unter anderem „Welche Grundsätze vertritt die FAZ in Bezug auf 
die Einladung politischer Extremisten?“ und „Plant die FAZ auch in 
Zukunft, Vertreter der „AfD“ zu&nbsp;geschlossenen Veranstaltungen der FAZ 
einzuladen?“</p>



<p>Artikel aus: <a href="https://www.rollingstone.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="https://www.rollingstone.de (öffnet in neuem Tab)">https://www.rollingstone.de</a> vom 08.11.2019</p>
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