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	<title>Der Flügel &#8211; Bad Nenndorf ist Bunt</title>
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	<description>Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.</description>
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		<title>AfD: Björn Höcke auf Westtour</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/afd-bjoern-hoecke-auf-westtour/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2020 16:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Presse 2020]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Der Flügel]]></category>
		<category><![CDATA[Höcke]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Rainer Roeser 26.02.2020 &#8211; AfD-Rechtsaußen Höcke tritt in den nächsten Wochen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf. Nach der Wahl in Hamburg empfiehlt er einen „Sezessions“-Text zur Lektüre: Darin wird den Parteichefs Meuthen und Chrupalla eine „Kapitulation vor dem Gegner“ und der AfD in der Hansestadt ein „opportunistischer Kurs“ attestiert.]]></description>
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<p> Von Rainer Roeser     26.02.2020 &#8211; </p>



<p>AfD-Rechtsaußen Höcke 
tritt in den nächsten Wochen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen 
auf. Nach der Wahl in Hamburg empfiehlt er einen „Sezessions“-Text zur 
Lektüre: Darin wird den Parteichefs Meuthen und Chrupalla eine 
„Kapitulation vor dem Gegner“ und der AfD in der Hansestadt ein 
„opportunistischer Kurs“ attestiert.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://www.bnr.de/files/imagecache/artikel_bild/bilder/01hoecke_2_3_1_1.jpg" alt=""/></figure>



<p>„Flügel“-Frontmann Höcke empfiehlt einen Text aus der Neuen Rechten; Photo (Archiv): K.B.    </p>



<p>Björn
 Höckes Faible für fast alles, was von Götz Kubitscheks neurechtem 
Institut für Staatspolitik (IfS) kommt, ist bekannt. So überrascht es 
wenig, dass der Vormann des völkisch-nationalistischen Lagers in der AfD
 auch die „Notizen zur Wahl in Hamburg“ zur Lektüre empfahl, die am 
Montag auf der Internetseite des IfS-Organs „Sezession“ erschienen. Sie 
seien „ein Beitrag zur Debatte mit einigen interessanten Impulsen“, 
schrieb Höcke und verband dies mit dem Aufruf: „Nach den Ereignissen der
 vergangenen Tage und Wochen müssen wir innerparteilich intensiv 
diskutieren!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ergebnis ist „katastrophal für unser Lager“</h2>



<p>Benedikt Kaiser, Redaktionsmitglied der „Sezession“ und Lektor des 
Antaios-Verlags, geht in seinem Beitrag mit den Bundessprechern Jörg 
Meuthen und Tino Chrupalla sowie der Hamburger AfD ins Gericht. Die 
beiden AfD-Chefs tadelt er wegen ihrer Stellungnahme, in der sie den 
Terroranschlag von Hanau als „rassistisches Verbrechen“ bezeichnet 
hatten, dessen Motiv „Ausländerhass“ gewesen sei. Erklärt hatten sie 
zudem: „Allerdings müssen wir uns auch fragen, warum es unseren 
politischen Gegnern gelingt, uns überhaupt mit solch einem Verbrechen in
 Verbindung zu bringen.“ Ein „Schuss in den Ofen“ sei die Stellungnahme 
der beiden, kontert Kaiser. „Die Gegenseite nimmt der AfD und Umfeld die
 Betroffenheit nicht ab, hält sie sogar für blanken Hohn, die eigenen 
Wähler halten es für das, was es sein dürfte: Kapitulation vor dem 
Gegner, schlimmer noch: Übernahme seiner Sprache und Deutungsmuster.“ 
Kurz: „Anpassung an den Mainstream“.</p>



<p>„Katastrophal für unser Lager“ nennt Kaiser das Hamburger Wahlergebnis. (<a href="http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/afd-mit-blauem-auge-davongekommen">bnr.de berichtete</a>)
 Dem im AfD-Spektrum als „gemäßigt“ geltenden Landesverband hält er vor,
 sein Wahlkampf sei „zahn-, ideen-, planlos“ gewesen. „Man klebte 
Plakate, die allen Ernstes die Ästhetik und Inhalte der Lucke-Ära 
verbreiteten.“ Und nicht nur die Optik erinnerte Kaiser an den 
AfD-Gründer: „Es war nicht nur weltanschaulich grotesk, eine 
Lucke-Programmatik zwischen CDU der 1980er und der FDP von heute zu 
verantworten, sondern auch strategisch unverzeihlich: Man setzte nicht 
auf ein falsches Pferd, sondern auf ein totes.“ Hamburgs AfD habe „nur 
eine um Islamkritik erweiterte Resterampe-FDP darstellen“ wollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Solidarisch-patriotisches Erfolgsrezept“</h2>



<p>Man habe sich als Kraft inszeniert, „die das saturierte und 
schaffende Bürgertum der altehrwürdigen Hansestadt Hamburg vertreten 
würde“, und auf den Anspruch verzichtet, „eine schichtenübergreifende 
,Volkspartei&#8216; darstellen zu wollen“. Nach Kaisers Meinung musste das zu 
einer Wahlschlappe führen: „Überall dort, wo die AfD bemüht ,bürgerlich&#8216;
 und ,liberalkonservativ&#8216; agiert, also Liberale und Christdemokraten 
einer angeblich besseren Vergangenheit imitiert, nähert sie sich den 4-5
 Prozent der verblichenen Lucke-AfD an.“ Noch nirgends habe der 
„bürgerlich-opportunistische Kurs“ bewiesen, dass er Erfolge einfahren 
könne.</p>



<p>Stattdessen empfiehlt Kaiser – und man darf annehmen: mit ihm auch 
Höcke – einen schärferen Kurs. Es spreche alles dafür, „das 
solidarisch-patriotische Erfolgsrezept aus dem Osten auch in westlichen 
Bundesländern zu versuchen“. Allen voran von Sachsen-Anhalt, Thüringen, 
Brandenburg und Sachsen solle man nach Jahren der Stagnation im Westen 
lernen. Kaiser: „Überall dort, wo die AfD solidarisch-patriotische 
Ansätze vertritt, also vermeintlich (!) linke, soziale Programmatik 
(Solidarität, soziale Sicherheit, Kritik der Ellbogengesellschaft usw.) 
mit rechten Themen (Migration, innere Sicherheit, Kritik des 
linksliberalen Einheitsbreis usw.) synthetisiert, hat sie die 
20-Prozent-Marke überschritten und wächst quantitativ wie qualitativ.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Niedersachsens Landeschefin darf grüßen</h2>



<p>Kaisers Beitrag dürfte eine der Vorlagen sein, wenn Höckes „Flügel“ 
demnächst wieder einmal in nach der Macht in vorgeblich „gemäßigten“ 
Landesverbänden greift. Beim Parteitag in Baden-Württemberg ging er zwar
 kürzlich leer aus. Doch in Niedersachsen und Berlin dürften sich für 
ihn in diesem Frühjahr die nächsten Gelegenheiten zur Revanche bieten.</p>



<p>Seine Sicht der Dinge kann Björn Höcke in den nächsten Wochen zwei 
Mal im Westen ausbreiten.&nbsp; Am 15. April ist er auf Einladung der 
Landtagsabgeordneten Stephan Bothe und Peer Lilienthal bei einem 
„Niedersachsenabend“ im Raum Hannover zu Gast. Anders als bei einem 
halbkonspirativ vorbereiteten Treffen von „Flügel“-Anhängern Anfang 
Februar (<a href="http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/afd-hamburg-angst-vor-den-pegida-fotos">bnr.de berichtete</a>)
 ist diesmal auch Niedersachsens Landes- und Fraktionsvorsitzende Dana 
Guth eingeladen. Ein Grußwort darf die (nach AfD-Maßstäben) als 
„gemäßigt“ geltende Parteichefin beim „Niedersachsenabend“ sprechen. Den
 Abgeordneten stehe es frei, wen sie einladen, kommentierte sie den 
Höcke-Auftritt säuerlich.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auftritt mit dem Ex-Gegner</h2>



<p>Zwei Wochen vorher ist Höcke in Nordrhein-Westfalen zu Gast. Der 
AfD-Kreisverband Höxter hat den Thüringer eingeladen, am 28. März bei 
seiner Auftaktveranstaltung zum Kommunalwahlkampf zu sprechen. Als 
weiterer Referent ist der Landeschef der NRW-AfD Rüdiger Lucassen 
vorgesehen. Er war im vorigen Jahr an der Spitze einer Riege von 
„Flügel“-Gegnern zum Vorsitzenden gewählt worden, vollzieht nun aber 
offenbar Lockerungsübungen.</p>



<p>Längst nicht allen in der NRW-AfD gefällt die Einladung von Björn 
Höcke. „Hier wird eine Beschädigung des Landesverbands in Kauf 
genommen“, schimpft Markus Scheer, Sprecher des einflussreichen 
AfD-Kreisverbands Bochum. „Der Typ“, womit Scheer offenbar Höcke meint, 
habe schon einmal den Wahlkampf torpediert. Und weiter: „Warum mischt 
sich dann einer aus Thüringen in Bayern, Niedersachsen und NRW ein. Um 
den Zusammenhalt zu fördern? Oder eher wie in Niedersachsen den Sturz 
des Landesvorstands anzuführen?“</p>
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