<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>NSDAP &#8211; Bad Nenndorf ist Bunt</title>
	<atom:link href="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/tag/nsdap/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de</link>
	<description>Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.</description>
	<lastBuildDate>Sat, 25 Jun 2022 07:36:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/cropped-logo_112015-32x32.png</url>
	<title>NSDAP &#8211; Bad Nenndorf ist Bunt</title>
	<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Gedenkveranstaltungen an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren, am 27 Januar 1945</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/gedenkveranstaltungen-an-die-befreiung-von-auschwitz-vor-75-jahren-am-27-januar-1945/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2020 14:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen 2020]]></category>
		<category><![CDATA[1945]]></category>
		<category><![CDATA[Auschwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Der Gelbe Stern]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenkveranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[NSDAP]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/?p=1125</guid>

					<description><![CDATA[Zur Ausstellung „Der Gelbe Stern“: „Einmal muss das Entsetzen uns erreichen – sonst gibt es kein Weiter!“ Dieses Wort von Max Frisch steht als Motto über der Ausstellung, deren Fotos und Texte die Friedensbibliothek Berlin zusammengestellt hat. Die Ausstellung führt uns vom bunten jüdischen Leben im Berliner Scheunenviertel der Zwanziger-Jahre]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p>Zur Ausstellung „Der Gelbe Stern“: </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="724" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-1-1024x724.jpg" alt="" class="wp-image-1127" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-1-1024x724.jpg 1024w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-1-300x212.jpg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-1-768x543.jpg 768w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-1-1536x1086.jpg 1536w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-1.jpg 1754w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="724" src="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-2-1024x724.jpg" alt="" class="wp-image-1128" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-2-1024x724.jpg 1024w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-2-300x212.jpg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-2-768x543.jpg 768w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-2-1536x1086.jpg 1536w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2020/01/Faltblatt-27.-Januar-2020-2.jpg 1754w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>„Einmal muss das Entsetzen uns erreichen – sonst gibt es kein Weiter!“ Dieses Wort von Max <br>
Frisch steht als Motto über der Ausstellung, deren Fotos und Texte die Friedensbibliothek <br>
Berlin zusammengestellt hat. Die Ausstellung führt uns vom bunten jüdischen Leben im <br>
Berliner Scheunenviertel der Zwanziger-Jahre des letzten Jahrhunderts über den <br>
zunehmenden Antisemitismus jener Zeit und den Aufstieg der NSDAP bis hin zu <br>
Machtergreifung, Weltkrieg und zur „Endlösung“, der schließlichen Vernichtung eben dieses <br>
Lebens in den Gaskammern von Auschwitz und Treblinka.  </p>



<p>Anhand authentischer Texte von Zeitzeugen, Opfern und Tätern wird ein halbes Jahrhundert <br>
Judenverfolgung in Deutschland wie ein persönliches Erleben nachvollziehbar. Dazwischen <br>
Gedichte: „Damit kein Licht uns bliebe“ von Rose Ausländer zum Beispiel, und „Espenbaum“ <br>
von Paul Celan. „Als ich morgens aus dem Fenster schaute“, heißt es in den Erinnerungen <br>
einer damals Vierzehnjährigen an die Deportationen, „sah  ich  eine  schier  endlose <br>
Menschenschlange. Sie bewegte sich vom jüdischen Altersheim zum Bahnhof. Nie in meinem <br>
Leben werde ich die Gesichter dieser Menschen, die auf der Brust den gelben Stern trugen, <br>
vergessen. Trauer, Hoffnungslosigkeit und Ernst. […] Wir standen hinter den Fenstern und <br>
starrten nach draußen. Hunderte Fenster und sie alle blieben geschlossen.“ </p>



<p>Die Ausstellung wurde zusammengestellt von der Friedensbibliothek des Anti-<br>
Kriegsmuseums der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, mit <br>
freundlicher Unterstützung des Anne Frank Fonds, Basel. Der Arbeitskreis Gedenken der <br>
Stadt Nienburg dankt den beiden Einrichtungen für die Kooperation. </p>



<p>Die Ausstellung wird eröffnet als Teil der Gedenkveranstaltungen der Stadt Nienburg <br>
anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages, der an die Befreiung des <br>
Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch Soldaten der Ersten Ukrainischen <br>
Front – viele von ihnen selbst jüdisch – erinnert. Sie ist zu sehen während der Öffnungszeiten <br>
des Rathauses Nienburg vom 26. Januar bis 29. Februar 2020. Die Ausstellungseröffnung <br>
wird gestaltet von der AG „Für den Frieden“ der KGS Rastede.  </p>



<p>Wir, der Arbeitskreis Gedenken und die Schülerinnen und Schüler der AG „Für den Frieden“,  <br>
wollen damit gemeinsam ein Zeichen setzen gegen den Rechtsextremismus auch hier bei <br>
uns in der Mittelweser-Region, gegen Antisemitismus, Antiziganismus, Krieg und Gewalt. </p>



<p>Sonntag, 26. Januar 2020, Rathaus Nienburg <br>
11:15 Uhr – Marktplatz 1, 31582 Nienburg <br>
Ausstellungseröffnung <br>
„Der gelbe Stern“   </p>



<p>Szenische Präsentation <br>
„Ach Warschau…“ <br>
AG „Für den Frieden“, KGS Rastede <br>
mit Veronika Dinter, Tjada Kulawik, Lara Schubert, Hanna Wachholz, Viola Kuiper und Liv Lubach <br>
Musik: Sascha Jasarevic </p>



<p>Nur wenn Deutschland sich daran erinnert, was es den Juden, den Sinti und <br>
Roma und all den anderen Verfolgten und Ermordeten angetan hat, kann es <br>
davor bewahrt werden, die Katastrophe auf sich selbst herab zu ziehen. (nach <br>
Eli Wiesel) </p>



<p>Montag, 27. Januar 2020, Jüdischer Friedhof Nienburg <br>
15:00 Uhr – Bruchstraße, 31582 Nienburg <br>
Interreligiöse Andacht <br>
Superintendent Martin Lechler, Kirchengemeinde Sankt Martin Nienburg </p>



<p>18:00 Uhr – Rathaus, Marktplatz 1, 31582 Nienburg <br>
Feierstunde an der Erinnerungstafel der jüdischen Gemeinde <br>
Thomas Gatter, Arbeitskreis Gedenken </p>



<p>Mittwoch, 29. Januar 2020 <br>
09:00 &#8211; 13:00 Uhr – Forum der Oberschule Nienburg (Leintorschule),  <br>
Cretschmarstraße 22, 31582 Nienburg </p>



<p>Forum des Gedenkens </p>



<p>Über ihre Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, Begegnungen mit Zeitzeugen und <br>
ihr Engagement gegen Krieg, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Gewalt <br>
berichten beim Forum des Gedenkens Schülerinnen und Schüler der Schulen  <br>
OBS Nienburg, Leintorschule, OBS Marklohe, Marion-Dönhoff-Gymnasium, Albert-<br>
Schweitzer-Schule, BBS Nienburg und Marion-Blumenthal-Oberschule Hoya  <br>
sowie das Team des Projekts „Weserbeatz“. </p>



<p>Es moderieren Schülerinnen und Schüler <br>
Auch erwachsene Gäste sind beim Forum des Gedenkens willkommen. </p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwierige Suche nach Antworten zu Friedrich Kölling</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/schwierige-suche-nach-antworten-zu-friedrich-koelling/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Nov 2019 10:47:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Kölling]]></category>
		<category><![CDATA[NSDAP]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://bad-nenndorf-ist-bunt.org/?p=529</guid>

					<description><![CDATA[Fragen, die im Raum stehen, seitdem Erik Hoffmann die Rolle Köllings in der NS-Zeit aufgearbeitet und die Dewezet darüber berichtet hat. Doch die Suche nach Antworten steht noch ganz am Anfang. Die Stadt Rinteln, das Dorf Möllenbeck, in dem Friedrich Kölling zur Welt kam, und die Stadt Hessisch Oldendorf, wo]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1004" height="600" src="http://bad-nenndorf-ist-bunt.org/wp-content/uploads/2019/11/friedrich-koelling-09.2019.jpg" alt="" class="wp-image-530" srcset="https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/friedrich-koelling-09.2019.jpg 1004w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/friedrich-koelling-09.2019-300x179.jpg 300w, https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/wp-content/uploads/2019/11/friedrich-koelling-09.2019-768x459.jpg 768w" sizes="(max-width: 1004px) 100vw, 1004px" /><figcaption> <br>1985 wurde die Straße in Hessisch Oldendorf nach Friedrich Kölling benannt – fünf Jahre nach seinem Tod. Foto: Dana </figcaption></figure>



<p> Fragen, die im Raum stehen, seitdem Erik Hoffmann die Rolle 
Köllings in der NS-Zeit aufgearbeitet und die Dewezet darüber berichtet 
hat. Doch die Suche nach Antworten steht noch ganz am Anfang.</p>



<p> Die
 Stadt Rinteln, das Dorf Möllenbeck, in dem Friedrich Kölling zur Welt 
kam, und die Stadt Hessisch Oldendorf, wo Kölling wohnte, als Lehrer 
arbeitete und sich als Heimatforscher verdient machte, gaben sich der 
Dewezet gegenüber überrascht von den Erkenntnissen, die Erik Hoffmann 
über Köllings NS-Vergangenheit zutagegefördert hatte (wir berichteten). 
Der pensionierte Gymnasiallehrer und Betreiber der lokalhistorischen 
Website geschichte-hessisch-oldendorf.de weist in seiner im Internet 
einsehbaren Arbeit „Vom Geist des Heimatforschers“ nach, dass Kölling 
nicht bloß passives NSDAP-Mitglied war, sondern das NS-Regime in seiner 
Rolle als Schulungsleiter und später auch als Presseamtsleiter im Stab 
des Ortsgruppenleiters der NSDAP mit Überzeugung unterstützte, indem er 
rassistische, antisemitische und kriegsverherrlichende Schriften 
produzierte.</p>



<p>Eine Rolle, die öffentlich offenbar nie groß 
thematisiert worden ist, sonst wäre vermutlich nicht noch im Jahre 1985 –
 ohne jedes Hinterfragen – eine Straße nach dem umstrittenen 
Heimatforscher benannt worden. Folglich ist es wenig überraschend, dass 
auch in der Lokalpolitik Ahnungslosigkeit über Köllings Wirken in der 
NS-Zeit vorzuherrschen scheint.</p>



<p>Hans Jürgen Hoffmann (SPD), der 
stellvertretende Ortsbürgermeister und Mitglied im Ortsrat Hessisch 
Oldendorf – dem Gremium, das dem Niedersächsischen 
Kommunalverfassungsgesetz zufolge für die Benennung und Umbenennung von 
Straßen zuständig ist – ist auf Anfrage „noch in der Findungsphase“. 
Gleichwohl habe er den Dewezet-Bericht über die von Erik Hoffmann 
erarbeiteten Erkenntnisse über Friedrich Köllings NS-Vergangenheit „mit 
Schrecken“ aufgefasst. „Ich habe nicht vermutet, dass Kölling mit dem 
Nationasozialismus in Verbindung stand“, sagt er. Ihm sei er bislang 
lediglich als Heimatforscher ein Begriff gewesen, der sich als solcher 
auch sehr um den Heimatbund Hessisch Oldendorf verdient gemacht habe, 
dem er im Übrigen selbst angehöre.</p>



<p>Innerhalb der SPD-Fraktion 
seien die Friedrich-Kölling-Straße und die NS-Vergangenheit des 
Heimatforschers bislang noch kein Thema gewesen, führt er aus, es habe 
in der Zwischenzeit aber auch noch keine Zusammenkünfte gegeben, bei 
denen es dafür Gelegenheit gegeben hätte. Davon abgesehen gehe er aber 
davon aus, dass die Stadtverwaltung in der Sache nun tätig werde, und 
wolle deren Rechercheergebnisse abwarten.</p>



<p>Ortsratsmitglied Cord 
Möller (CDU) ist mit der Person Köllings dagegen wenig vertraut, wie er 
im Dewezet-Gespräch sagt. „Ich kenne ihn nicht“, sagt er. „Ich weiß 
nicht genau, was er alles Gutes getan hat, aber ich weiß auch nicht, was
 er vielleicht Schlechtes getan hat.“ In der NSDAP seien „damals ja die 
meisten“ gewesen, das allein halte er daher für wenig aussagekräftig. 
„Solange er niemandem Schaden zugefügt hat, kann die 
Friedrich-Kölling-Straße von mir aus weiter so heißen“, sagt Möller. 
„Wenn er aber jemandem Schaden zugefügt hat, dann sollte sie meiner 
Meinung nach umbenannt werden.“ In der CDU-Fraktion sei Kölling bislang 
mangels Gelegenheit zwar noch kein Thema gewesen, „es wird aber 
sicherlich noch darüber gesprochen werden“.</p>



<p>Bei den Grünen dagegen
 ist offenbar bereits über Kölling gesprochen worden. „Wir sind so 
verblieben, dass die Stadt recherchieren soll, ob das denn alles so 
stimmt“, sagt Ortsratsmitglied Sabine Eikmeier-Quindt von den Grünen. 
Schließlich könne „ein Erik Hoffmann ja viel erzählen“. Wenn die 
Ergebnisse der Stadt vorlägen, dann wolle sie sich „eine eigene Meinung 
bilden“. Möglicherweise komme das Thema bereits in der nächsten 
Ortsratssitzung außerplanmäßig auf den Tisch.</p>



<p>Ob die Hessisch 
Oldendorfer Stadtverwaltung in der Sache inzwischen zu eigenen 
Erkenntnissen gekommen ist oder zumindest sagen kann, ob die 
Ehrenbürgerwürde Köllings noch besteht, ist unklar. Die Dewezet-Anfrage 
von Mittwoch ist bis Redaktionsschluss nicht beantwortet worden. Aus dem
 Rathaus in Rinteln signalisiert der Bürgermeister dagegen Aktivität. 
„Wir sind dabei, das sensible Thema aufzuarbeiten“, sagt Thomas Priemer 
(SPD). In erster Linie werde sich aber der Ortsrat Möllenbeck damit 
befassen. „Neben einer politischen Debatte darüber werden wir auch eine 
historische Einschätzung erlangen müssen“, führt Priemer aus. Doch dazu 
bedürfe „es noch etwas Zeit“.</p>



<p>Dr. Stefan Meyer, Stadtarchivar und 
Leiter des Museums Eulenburg in Rinteln, sagt auf Anfrage, dass die 1970
 Kölling verliehene Ehrenbürgerwürde zumindest bis zur Gebietsreform 
1974 Bestand gehabt haben müsse. Zwar dauere das Durchsehen der 
Unterlagen der nachfolgenden 45 Jahre noch an. „Aber es ist mehr als 
unwahrscheinlich, dass eine formelle Aberkennung erfolgt ist“, so Meyer.</p>



<p>Erik
 Hoffmann hat mit seiner Arbeit eine Debatte angestoßen – ausdrücklich, 
ohne für oder gegen eine Umbenennung der Friedrich-Kölling-Straße zu 
plädieren. Ihm geht es nach eigenen Angaben die Auseinandersetzung in 
der Sache. Er schlägt in seiner Schrift allerdings vor, die fragwürdige 
Benennung der Friedrich-Kölling-Straße dadurch gewissermaßen 
auszugleichen, in dem auch der Opfer des Nazis mit einem eigenen 
Straßennamen gedacht wird. Etwa mit dem des 1848 ernannten Ratsherrn 
Nathan Lilienfeld, der sowohl Vorsteher der Oldendorfer Juden als auch 
der Schaumburger „Gesamt-Judenschaft“ gewesen sei, wie Hoffmann 
schreibt.</p>



<p>Auch in Hameln ist nach einem Vortrag des Hamelner 
Historikers Bernhard Gelderblom erneut die Debatte über den Umgang mit 
dem Miegelweg entflammt, der nach der NS-Dichterin Agnes Miegel benannt 
worden ist (wir berichteten).</p>



<p>Hinweis: Der Ortsrat Hessisch 
Oldendorf kommt am Mittwoch, 6. November, um 19.30 Uhr im Sitzungssaal I
 im Rathaus zur nächsten planmäßigen Sitzung zusammen.</p>



<p>autor: Philip Killmann von der <a href="http://veröffentlicht am 03.11.2019" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="szlz.de (öffnet in neuem Tab)">szlz.de</a>  veröffentlicht am 03.11.2019  </p>



<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<h2 class="wp-block-heading"> Friedrich Kölling: Großer Heimatforscher – aber auch Nazi </h2>



<p>Friedrich Kölling kam 1894 in dem heute zu
 Rinteln gehörenden Dorf Möllenbeck zur Welt. Von 1919 bis 1954 war er 
Lehrer in Hessisch Oldendorf. Seit den 20er Jahren war er in der 
Heimatpflege tätig, erst im Heimatbund der Grafschaft Schaumburg, dann 
im Heimatbund Hessisch Oldendorf. Für seine Heimatforschung wurde ihm 
1957 von der Stadt Hessisch Oldendorf und 1970 von Möllenbeck die 
Ehrenbürgerwürde verliehen. Über beide Orte schrieb er Chroniken. 1964 
wurde ihm der Niedersächsische Verdienstorden verliehen. So weit, so 
gut.</p>



<p>Aber Friedrich Kölling war auch im Stab des Ortsgruppenleiters der 
NSDAP von 1938 bis 1945 Schulungsleiter, ab 1944 auch Presseamtsleiter, 
wie Erik Hoffmann (72), pensionierter Gymnasiallehrer und Betreiber der 
Website <a href="http://geschichte-hessisch-oldendorf.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">geschichte-hessisch-oldendorf.de</a>,
 in einer 40-seitigen Arbeit mit dem Titel „Vom Geist des 
Heimatforschers – Volkstum, Rasse, Führertreue“ herausgefunden hat. „Die
 Schulung wacht, daß die Weltanschauung des Nationalsozialismus nicht 
verwässert wird, sondern kompromißlos zur Geltung kommt“, zitiert 
Hoffmann Köllings Vorgesetzten, den Gau-Schulungsleiter, aus einem 
Bericht der Schaumburger Zeitung von 1939.</p>



<p>Dass Kölling hinter diesem Aufgabenverständnis stand, belegt Erik 
Hoffmann mit zahlreichen von Kölling verfassten Zeitungsberichten und 
anderen Schriften, aus denen seine Überzeugung vom Nationalsozialismus 
hervorgeht. Frank Werner, ehemaliger Chefredakteur der Dewezet, zählt 
Kölling und andere in seinem 2010 erschienenen Buch „Schaumburger 
Nationalsozialisten“ zu den „scharf antisemitischen Schulungsleitern der
 NSDAP“. Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass Kölling 
in seiner Hessisch Oldendorfer Stadtchronik „die NS-Zeit als Epoche 
völlig“ unterschlägt, wie Hoffmann feststellt. Viele überzeugte Nazis 
wurden nach der NS-Zeit im Entnazifizierungsverfahren als „unbelastet“ 
eingestuft, so wie etwa die Dichterin Agnes Miegel, nach der etwa in 
Hameln eine Straße benannt ist (<a href="https://www.dewezet.de/region/hameln_artikel,-miegelweg-zu-viel-der-ehre-_arid,2574906.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wir berichteten</a>). Ob auch Kölling das Entnazifizierungsverfahren durchlief, ist derzeit noch unbekannt.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://www.szlz.de/cms_media/module_img/23493/11746625_4_galleryteaser_friedrich-koelling-am-mikrofon-des-westdeutschen-rundfunks-foto-niedersaechsisches-landesarchiv-bueckeburg-pr.jpg" alt=""/></figure>



<p>Friedrich Kölling am Mikrofon des Westdeutschen Rundfunks. Foto: Niedersächsisches Landesarchiv Bückeburg/pr
</p>



<p>Auch aus diesen Gründen wohl ist Köllings NS-Vergangenheit heute 
wenig bekannt. Die Antwort der Hessisch Oldendorfer Stadtverwaltung auf 
die Dewezet-Anfrage überrascht dann aber doch. Demnach lägen „über die 
Rolle von Friedrich Kölling zu Zeiten des Nationalsozialismus keine 
belastbaren Erkenntnisse vor“. Die Nachfrage, wann die 
Friedrich-Kölling-Straße entsprechend benannt wurde, blieb bis 
Redaktionsschluss unbeantwortet. In der Erinnerung von Erik Hoffmann war
 es im Jahr 1983 – drei Jahre nach Köllings Tod –, als Hessisch 
Oldendorf 750-jähriges Bestehen feierte.</p>



<p>Ahnungslosigkeit auch im Rintelner Rathaus und Ortsrat. Für den in 
Möllenbeck geborenen Rintelner Bürgermeister Thomas Priemer (SPD) sei 
die Angelegenheit zwar „von Bedeutung“. Eine „verbindliche Auskunft“ 
könne er aber nur dann erteilen, „wenn ich entsprechende Unterlagen 
einsehen kann“ – was derzeit aber nicht der Fall sei, so Priemer. Man 
werde aber „die Sache aufarbeiten“. Auch der Möllenbecker 
Ortsbürgermeister Thomas Frühmark (CDU) wolle sich erst „ein 
persönliches Bild über seine (Köllings; Anm. d. Red.) Geschichte 
machen“. Er kenne nur dessen Möllenbecker Chronik und die sei „toll“. 
Keine Verwandtschaft bestehe im Übrigen zwischen Friedrich Kölling und 
dem Möllenbecker Ortsratsmitglied Reinhold Kölling (SPD), wie dieser auf
 Anfrage sagt.</p>



<p>In Hessisch Oldendorf habe Erik Hoffmann über die Politik bereits 
zweimal versucht, eine Debatte über die Friedrich-Kölling-Straße 
anzustoßen. Zuletzt in diesem Sommer, als er seine Arbeit über Kölling 
fertiggestellt hatte und allen Ortsratsmitgliedern zukommen gelassen 
habe. Doch bis auf eine „freundliche Rückfrage“ vonseiten eines 
CDU-Mitglieds, wie der Ortsrat darauf reagieren könne, habe er bislang 
keine Antwort erhalten. Eine Umbenennung der Friedrich-Kölling-Straße 
halte er übrigens nicht für zwingend nötig. Eine Auseinandersetzung 
schon. „Ich wünschte mir etwas Konstruktives“, sagt er.</p>



<p>Seine Arbeit endet mit dem Fazit: „Köllings umfangreiche 
regionalgeschichtliche Arbeiten nach 1945 werden durch seine früheren 
NS-Aktivitäten nicht annulliert. Umgekehrt gilt allerdings dasselbe.“ 
Ähnlich differenziert fällt die Einschätzung von Dr. Stefan Meyer aus, 
dem Rintelner Stadtarchivar und Leiter des Museums Eulenburg. „Kölling 
war zweifellos ein überzeugter und offensiver Nationalsozialist, der das
 NS-Regime nach Kräften unterstützt hat, ebenso zweifellos hat er sich 
große Verdienste für die Geschichtsschreibung in Schaumburg erworben“, 
so Meyer auf Anfrage. Mein Standpunkt </p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://www.szlz.de/cms_media/module_img/9361/4680943_1_articleauthor_img-2634.jpg" alt="Philipp Killmann"/><figcaption> Autor<br>Philipp&nbsp;Killmann Reporter <a href="https://www.szlz.de/author_autor,-philipp-killmann-_autid,44.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label=" (öffnet in neuem Tab)">zur Autorenseite</a> </figcaption></figure>



<p> Von Philipp Killmann</p>



<p>Es
 ist bezeichnend, wenn jemand als großartiger Heimatforscher in 
Erinnerung geblieben ist und in Ehren gehalten wird – seine dunkle 
Vergangenheit aber in Vergessenheit geraten ist oder gar ausgeblendet 
wird. Symptom des nach der NS-Zeit eingetretenen 
Verdrängungsmechanismus? In jedem Fall liegt hier eine Faktenlage vor, 
die nach einer Auseinandersetzung förmlich schreit. Laut.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
