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	<title>Reden &#8211; Bad Nenndorf ist Bunt</title>
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	<description>Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.</description>
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	<title>Reden &#8211; Bad Nenndorf ist Bunt</title>
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		<title>Demo 2015</title>
		<link>https://bad-nenndorf-ist-bunt.de/demo-2015/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Aug 2015 10:58:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demos]]></category>
		<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Charly Braun]]></category>
		<category><![CDATA[Demo]]></category>
		<category><![CDATA[Reden]]></category>
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					<description><![CDATA[Bad Nenndorf 1.8.15 &#160;&#160;&#160; Rede H-D Charly Braun,&#160;&#160;&#160;VVN/BdA&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der AntifaschistInnen &#8211; DGB-Kreisvorsitzender und Sprecher von Bündnissen gegen Rechts in der Westheide, &#8211; DGB-Verantwortlicher der Jugendarbeit in Bergen-Belsen &#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; -es gilt das gesprochene Wort &#8211;______________________________________________________________________________ Liebe SchaumburgerInnen, liebe antifaschistische Freundinnen und Freunde, ich heiße Charly]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
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<p><strong>Bad Nenndorf</strong><strong> 1.8.1</strong><strong>5</strong><strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Rede H-D Charly Braun,&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong><strong>VVN/BdA</strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der AntifaschistInnen</p>



<p><strong>&#8211; DGB-</strong><strong>Kreisvorsitzender und Sprecher </strong><strong>von Bündnissen gegen </strong><strong>Rechts in </strong><strong>der Westheide, <br>&#8211; DGB-Verantwortlicher der Jugendarbeit in Bergen-Belsen <br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong> -es gilt das gesprochene Wort &#8211;<br>______________________________________________________________________________</p>



<p>Liebe SchaumburgerInnen, liebe antifaschistische Freundinnen und Freunde,</p>



<p>ich
 heiße Charly Braun, bin DGB-Kreisvorsitzender im Heidekreis, Sprecher 
mehrerer Bündnisse gegen Rechts in der Westheide und ich habe die Ehre 
heute für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der 
AntifaschistInnen (VVN/BdA) zu sprechen.</p>



<p>Bad
 Nenndorf ist der Ort, wo sich nach Auftauchen der Neonazis sofort viele
 Menschen gemeinsam dagegen wehrten. In vielen anderen Kommunen haben 
Politik, Polizei, Medien und andere, <strong>lokale Nazivorkommen </strong>verharmlost
 und stattdessen uns AntifaschistInnen als „Nestbeschmutzer“ beschimpft.
 Ihr habt hier in Bad Nenndorf, auch ohne vorherige antifaschistische 
Bildung und Praxis, genau das Richtige getan. Ihr habt mit Kreativität, 
Übertönen und Lächerlich-machen der Neonazis, mit Straßenbesetzungen und
 Bündnisbildung, auch den euch aufgezwungenen Maßnahmen von Polizei, 
Justiz und Verfassungsschutz erfolgreich widerstanden. Ihr beweist alle 
Tage Courage und davor haben wir Hochachtung.</p>



<p>Couragiert
 und solidarisch das waren und sind auch die Überlebenden der Lager und 
Knäste und des Widerstandes im Nazi-Reich. Sie gründeten nach der 
Befreiung vom Faschismus die „Vereinigung der Verfolgten des 
Naziregimes“. Das Leitwort unserer Organisation ist bis heute der Schwur
 von Buchenwald, den die 21.000 nach ihrer Selbstbefreiung des KZ am 19.
 April 1945 leisteten, ich zitiere:&nbsp;  </p>



<p>„<em>Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em><strong>Die
 Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der 
Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.&nbsp;&nbsp;</strong> <em>Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig“</em></p>



<p>70
 Jahre danach schafft es dieser Staat nicht, die Ideologie des größten 
Menschheitsverbrechens aus Köpfen, Straßen, Internet und 
Verfassungsschutz zu beseitigen.  </p>



<p>Während der Geheimdienst Nazis finanziert und NSU-Mörder unentdeckt lässt, fliegen</p>



<p>Steine
 durchs Fenster einer Engagierten von Bad-Nenndorf-ist-bunt und nicht 
nur Flüchtlinge, sondern auch wegen Unterstützung von Flüchtlingen 
werden wieder Menschen bedroht und geschlagen.</p>



<p><strong>Trotz alledem:&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong> </p>



<p><strong>Die braune Jauche aufhalten, das müssen wir schon gemeinsam selbst tun. Heute will sie wieder durch Bad Nenndorf schwappen.</strong></p>



<p><strong>Es geht um mehr als deren Heuchlermarsch.</strong></p>



<p><strong>Es ist mal wieder Mode</strong>
 auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte Anschläge zu verüben. Stichworte 
geben nicht nur Pegida, AfD, NPD, sondern auch zuviele aus Politik und 
Medien. Am 29.7.15 erklärte in der ARD die CSU-Europaabgeordnete Monika <strong>Hohlmeier: „Wir müssen die Flut an falschen Asylbewerbern eindämmen“</strong>.&nbsp;&nbsp;Im Jahr 2000 erklärte der damalige bayrische Innenminister Günther Beckstein: <strong>&#8222;Wir brauchen weniger </strong><strong>Ausländer</strong><strong> , die uns ausnützen, und mehr, die uns nützen.&#8220;&nbsp;&nbsp;</strong> (FOCUS 10.6.2000)</p>



<p>Auf die <strong>Mord- und Brandpogrome 1992</strong>
 gegen Flüchtlinge, u.a. in Solingen, Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen,
 reagierten die Regierenden mit Verschlechterung des Asylrechts. Auf die
 aktuellen Proteste und Anschläge gegen Flüchtlinge reagiert nicht nur 
Seehofer mit der Forderung nach weiterer Verschlechterung des 
Asylrechts.  </p>



<p><strong>Dabei zwingt die sog. Europäische Wertegemeinschaft</strong> viele Menschen erst zur Flucht. Ihre
 Heimatländer dienen als gigantische Plantagen für europäische Nahrungs-
 und Genussmittel, als billiger Rohstofflieferant, als billige 
„verlängerte Werkbank“ und gar als Markt für Resteverwertung.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Z.B. machen exportierte billige deutsche Hähnchenreste aus afrikanischen Bauern Armutsflüchtlinge.  </p>



<p>Das Elend durch Landnahme, Versteppung, Klimawandel &#8211; das machen die globalen Konzerne.</p>



<p>Die
 Verheerung der Welt ist für viele Menschen nicht mehr zu ertragen. Da 
ist es logisch, der Verheißung von „Freedom and Democracy“ und der Spur 
der Ernten, Rohstoffe und Billig-Konsumgüter dorthin zu folgen, wo sie 
genossen werden.</p>



<p>Die Militarisierung der Abschottungspolitik, mit hohen Zäunen und Zerstörung von „Schleuser-Booten“ ist so unmenschlich wie erfolglos. Und wen interessiert&#8217;s schon, wenn Tausende im Mittelmeer ersaufen.</p>



<p>Unser Landesvater Stephan Weill gibt sich human und will Flüchtlinge aus europäischen sog. sicheren Drittstaaten schnell abschieben. <strong>Hey </strong><strong>Alter</strong><strong>, es </strong><strong>geht </strong><strong>hier um Roma</strong>, die im ehemaligen Jugoslawien ausgegrenzt und verfolgt werden. Will sich Weill wirklich in die Tradition der Antizigeuner-Propaganda begeben?</p>



<p><strong>Und hierzulande?</strong></p>



<p>Wir
 wissen, dass die von sozialen Abstiegsängsten bedrohte Mittelschicht 
vor 1933 die antisemitische Propaganda der Nazis aufsog. <em>Zu Schuldigen an der eigenen Lage wurde </em><em>ein</em><em>e sog. &#8222;jüdische Weltherrschaft&#8220; erklärt.&nbsp; </em><br><br> </p>



<p><strong>Professorin Dr. Gesine Schwan</strong>&nbsp;&nbsp;erklärte
 im Januar 2015: &#8222;Wenn die Diskrepanzen zwischen Arm und Reich immer 
größer werden, wenn vielen Menschen der Mittelschicht,&nbsp;&nbsp;&nbsp;Prekariat und 
jederzeitiger sozialer Abstieg droht, dann sucht sich diese mit Ohnmacht
 gepaarte Angst eben als Blitzableiter jene Menschen, an denen sie ohne 
Gefahr ihre Wut abreagieren können.&#8220;</p>



<p>Es
 sind die gleichen Gruppen von Menschen, die erst sozial und gesetzlich 
ausgegrenzt werden und anschließend Zielscheibe faschistischer Anschläge
 sind.</p>



<p>Die jüngste Studie der <strong>Friedrich-Ebert-Stiftung</strong> über &#8222;gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit&#8220; beweist was viele von uns täglich erleben, &nbsp; <br><strong>Nämlich:</strong> <br>&#8211; dass Langzeitarbeitslose und Asylsuchende von fast der Hälfte der Bevölkerung abgewertet werden,</p>



<p>&#8211; dass<em> Sinti und Roma, Behinderte, Wohnungslose, Homosexuelle von </em><em>rund </em><em>einem Viertel der Deutschen abwertend betrachtet </em><em>werden.</em></p>



<p><em>&#8211; </em><em><strong>aber </strong></em><em><strong>38 % nehmen für sich angebliche Etablierten-Rechte in Anspruch.</strong></em> <br><strong>Die
 Untersuchung stellt fest, dass die wirtschaftliche Wettbewerbslogik, 
das Kosten-Nutzen-Kalkül, die Gründe liefert für die Abwertung von 
Behinderten, Obdachlosen, Roma und anderen</strong>.</p>



<p>Den Herrenmenschen raushängen lassen,&nbsp;&nbsp;die Ideologie vom &#8222;Recht des Stärkeren&#8220; &#8211;  </p>



<p>aber zu feige, sich gegen die kapitalen Verursacher der eigenen wirtschaftlichen Not zu wehren.</p>



<p>Nicht sog. Fremde, Behinderte, Schwule sind Schuld <strong>an Befristungsjobs, HartzIV und </strong><strong>Armutsrenten</strong><strong>. </strong> </p>



<p><strong>Es
 sind&nbsp;&nbsp;&nbsp;NICHT&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hüsein und Achmed, die den KollegInnen bei Amazon 
vernünftige Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag verweigern oder 
Post-KollegInnen in Billig-Tochterfirmen abschieben.</strong></p>



<p><strong>Rassismus ist keine Lösung soziale</strong><strong>r</strong><strong> Probleme!!</strong></p>



<p>&nbsp;<strong>Das Beste, was wir tun können, ist,&nbsp;&nbsp;selbst vorbildlich zu handeln &#8211; nämlich wie</strong><br>&#8211; jene, die Flüchtlinge willkommen heißen, unterstützen und wenn nötig, mit Kirchenasyl vor Abschiebung schützen;</p>



<p>&#8211;
 wie jene, die gegen Verschlechterungen im Sozial- und Gesundheitswesen 
und für menschliche Arbeits- und Lebensbedingungen solidarisch streiten 
und streiken;</p>



<p>&#8211; wie jene, die Aufmärsche von Pegida&nbsp;&nbsp;und hier in Bad Nenndorf aufmarschierende Nazis blockieren;</p>



<p>&#8211; wie Beate Klarsfeld, die dem Bundeskanzler Kiesinger eine Backpfeife für seine engagierte&nbsp;&nbsp;Nazi-Karriere verpasste</p>



<p><em><strong>Flüchtlinge sind willkommen !&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong></em><em><strong>Nazis NICHT !</strong></em><em></em> </p>



<p><em>… <strong>denn </strong></em><em><strong>Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen !</strong></em></p>



<p><em><strong><br>Für eine solidarische und gerechte Gesellschaft !<br></strong></em><em><strong>Hoch die internationale Solidarität !</strong></em></p>
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