Aktuelles


27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Guten Tag,
es war der 27. Januar 1945, als Truppen der Roten Armee bei ihrem Vormarsch nach Westen das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erreichten und die verbliebenen letzten Überlebenden des auch dort von den Nationalsozialisten verübten monströsen Massenmords, der als Holocaust in die Geschichte eingehen sollte, befreiten. Das KZ Auschwitz in der Nähe von Krakau ist zum Symbol für die Shoah geworden, für die gezielte Tötung von über 6 Millionen europäischen Jüdinnen und Juden sowie von unzähligen sowjetischen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiter:innen, Sinti und Roma, politischen Gegner:innen, Homosexuellen und sogenannten Asozialen.
Im Jahre 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: „ Die Erinnerung darf nicht enden; sie muß auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“ Die Vereinten Nationen erhoben 2005 diesen Tag zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust .
„Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“
Mit diesen Worten warnte der Auschwitz-Überlebende Primo Levi davor, die Verbrechen der Faschisten in Vergessenheit geraten zu lassen.
Immer wieder fallen Menschen rechter und rassistischer Gewalt zum Opfer. Rechtsextremismus, Antisemitismus, Gewalt und Terror sind auch heute noch alltägliche Realität. Allein in den dreißig Jahren seit der Wiedervereinigung sind in Deutschland mindestens 213 Menschen von rechten Gewalttätern umgebracht worden (Quelle: Amadeu Antonio Stiftung).
Auf Initiative des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“ wird am 27. Januar 2021 um 17 Uhr am Mahnmal in der Kurhausstraße in Bad Nenndorf der Opfer des faschistischen Terrors gedacht. Wegen der pandemiebedingten Abstands- und Hygieneregeln ist die Teilnahmezahl auf 15 Personen beschränkt.
Das diesjährige Gedenken am Mahnmal sowie Musik- und Wort-Beiträge von Schüler:innen, Musiker:innen und Zeitzeug:innen werden an diesem Tag ab 20 Uhr auf der Internet-Seite www.bad-nenndorf-ist-bunt.de in einem Video bereitgestellt.


Vor 25 Jahren: Roman Herzog proklamiert den Holocaust-Gedenktag

Lange verdrängten die Deutschen die Schrecken des Holocaust. Mit seiner historischen Entscheidung gab Bundespräsident Herzog dem Gedenken einen Rahmen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist roman-herzog.jpg
Bundespräsident Roman Herzog spricht 1999 am Holocaust-Gedenktag im Bundestag.Foto: picture-alliance/dpa

Die historische Tragweite der Entscheidungen oder öffentlichen Reden prominenter Politiker lässt sich oft erst im Rückblick erkennen. Aus dem Augenblick heraus scheint bedeutend, was sich 20 oder 30 Jahre später als eher wenig folgenreich erweist. Anderes entfaltet eine Wirkungsmacht, die die Zeitgenossen nicht sehen konnten oder wollten.

Der Name des 2017 verstorbenen, ehemaligen Bundespräsident Roman Herzog ist mit der so genannten „Ruck-Rede“ verbunden, in der er im April 1997 forderte, es müsse ein Ruck durch Deutschland gehen. Über dessen Notwendigkeit wurde viel gesprochen, erfolgt ist er erst fast ein Jahrzehnt später in der Ära Schröder.

Eine Entscheidung von historischer Tragweite war hingegen jene Proklamation Roman Herzogs, mit der er am 3. Januar 1996, vor nunmehr 25 Jahren, den 27. Januar zum Gedenktag an den Holocaust festlegte. Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee die letzten Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz befreit. Die erschütterten sowjetischen Soldaten fanden noch 7000 überlebende Gefangene. 1,1 Millionen ihrer Leidensgenossen waren in den Jahren zuvor vor allem in Auschwitz-Birkenau ermordet worden, die meisten Juden, aber auch Polen, Roma, Russen, sowjetische Kriegsgefangene. Dass in der fast ganz Europa erfassenden Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten zwischen 1939 und 1945 sechs Millionen Juden umgebracht worden waren, wusste zum Zeitpunkt der Befreiung von Auschwitz keiner der Sieger.

Hitlers Ausrottungspläne vor dem Überfall auf Polen

Die herrschenden Nationalsozialisten und die ihnen ergebene SS und andere willige Gefolgsleute hatten aber die Ausrottung der europäischen Juden und anderer von ihnen als minderwertig eingestufter Menschen bereits sehr früh zum Ziel erklärt. Wir wissen heute, dass Adolf Hitler am 22. August 1939, also wenige Tage vor dem Überfall auf Polen, führende Offiziere der Wehrmacht in Zivil auf den Obersalzberg bestellt und ihnen erläutert hatte, wie er sich die Ausrottung der gesamten polnischen Intelligenz vorstellte.

Tatsächlich wurden bereits in den ersten vier Wochen der deutschen Militärverwaltung in Polen 13000 Menschen hingerichtet. Allein aus Polen wurden 1,2 Millionen Menschen zur Zwangsarbeit verschleppt. Spätestens seit diesem frühen Zeitpunkt war klar, dass die Wehrmacht bei der Ermordung der europäischen Juden und der gesellschaftlichen Eliten der unterworfenen Völker eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Die zweifellos viel brutalere und skrupellosere SS allein hätte dieses Massenmordprogramm nicht organisieren können.

Wehrmachtsausstellungen beendeten die Amnesie

Die Deutschen verdrängten nach dem Krieg diese frühe Verstrickung des bis dahin als untadelig verklärten Militärs lange. Erst die von konservativen Kräften massiv bekämpften Wehrmachtsausstellungen der neunziger Jahre beendeten diese kollektive Amnesie. Die nicht mehr zu leugnenden Wahrheiten hatten die gesellschaftliche Wirklichkeit verändert.

Roman Herzog als Bundespräsident machte sich die Anregung von Ignatz Bubis, dem damaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden, zu eigen, an einem bestimmten Gedenktag an den Holocaust zu erinnern. Der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz schien dem Bundespräsidenten als Symbol für den letztlichen Sieg des Rechtes und der Menschlichkeit über Terror und Hass geeignet. Am 19. Januar 1996 begründete er in einer ersten Gedenkstunde vor dem deutschen Bundestag seine Überlegung so: „Die entscheidende Aufgabe ist es heute, eine Wiederholung – wo und in welcher Form auch immer – zu verhindern. Dazu gehört beides: die Kenntnis der Folgen von Rassismus und Totalitarismus und die Kenntnis der Anfänge, die oft im Kleinen, ja sogar im Banalen liegen können.“ Seit 2005 ist der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz auf Beschluss der Vereinten Nationen der Internationale Holocaust-Gedenktag.

Quelle: Tagesspiegel Autor: Gerd Appenzeller am 01.01.2021


Ich lebe doch noch – die wahre Geschichte von Hanna Mandel

Der 27. Januar ist seit nunmehr 25 Jahren in Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und wird seitdem im Antikriegshaus mit einer Veranstaltung begangen. Für dieses Jahr war die Aufführung des Theaterstücks über Hanna Mandel geplant, in Erwartung vieler Zuschauer*innen an einem Sonntagnachmittag in der Sievershäuser St. Martinskirche.

Nun hat das Virus alles verändert, eine Veranstaltung mit Publikum ist nicht möglich, weder in der Kirche noch im Antikriegshaus. Gleichwohl liegt es uns fern, dieses wichtige Gedenken ausfallen zu lassen, und so nutzen wir unsere im zurückliegenden Halbjahr gewonnene Erfahrung und kommen wieder, mit Hilfe eines gängigen Konferenzmoduls, zum Publikum nach Hause auf den Bildschirm.

Das Theaterstück „Ich lebe doch noch“ über eine Frau, die ihre gesamte Familie in Auschwitz verloren hat, ist mehr als eine Vergangenheitsbewältigung der Gräueltaten der Nazis. Der Münchener Theologe Norbert Reck hat in langen Gesprächen die Auschwitz-Überlebende Hanna Mandel interviewt. Mandel reflektiert in diesen Gesprächen ihre Erfahrungen und beschreibt die Schlussfolgerungen, die sie für ihr eigenes Leben daraus gezogen hat.

Das Buch von Norbert Reck endet nicht mit der Befreiung der Konzentrationslager. Da fängt die Geschichte von Hanna Mandel erst an. In ihren Schilderungen stecken die widerstrebenden Gefühle von Hanna – und vielleicht jeder Überlebenden. Wut, Trauer, Vergeltung, Unglaube und Gerechtigkeitssinn überlagern sich, wechseln sich ab, verbinden sich zu einem der heftigsten psychischen Cocktails, den ein Mensch empfinden kann.

Nach und nach beginnt Hanna ihr Leben zu ändern. Sie hinterfragt die Religiosität ihres Mannes, die Rolle der Frau in der Gesellschaft und führt schließlich ein selbstbestimmtes Leben. Und als sie im Fernsehen eine Trauerfeier zur Erinnerung der Holocaust-Opfer sieht, sagt Hanna: “Aber ich lebe doch noch!” Denn als Überlebende mit all ihren Traumata fühlt sie sich vergessen.

Ein Theaterstück, dass die Kindheit in einer jüdischen Familie, den Holocaust und das Leben mit den Erfahrungen in den Konzentrationslagern zu einem einfühlsamen und nachdenklichen Erlebnis verbindet.

Die Aufführung des Theater Odos findet nicht als Live-Stream, sondern als zoom- Konferenz statt. Die Anmeldung zum (kostenlosen) Theaterbesuch erfolgt mit einer Mail an info@antikriegshaus.de. Das Antikriegshaus schickt dann kurz vor dem 31. Januar einen LINK, der automatisch zur Veranstaltung führt. Ein spontaner Theaterbesuch wird auch am 31. Januar bis spätestens eine Viertelstunde vor Beginn über die Webseite www.antikriegshaus.de möglich sein.

Die Veranstaltung findet mit Unterstützung des „Fonds Frieden stiften“  der ev.-luth. Landeskirche Hannovers und des Nagelkreuzzentrums Sievershausen statt.


„Eine beständige Bedrohung für unsere Gesellschaft“

Trotz einer Abnahme der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland gibt es ein dauerhaft hohes Niveau bei rechtsextremen Einstellungen. Das ist das Fazit der jetzt vorgelegten „Leipziger Autoritarismus-Studie“ vom Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig.

„Diesmal können wir mit einer guten Nachricht aufwarten“, sagt Professor Oliver Decker von der Universität Leipzig zur Präsentation der aktuellen „Autoritarismus-Studie“. Er verweist auf den Prozentsatz „manifest ausländerfeindlich Eingestellten“, der 2019 laut Studie im Vergleich zu 2018 von 23,4 auf 16,5 Prozent bundesweit gesunken ist. Augenfällig sind hier die Unterschiede zwischen West und Ost: Sank der Anteil in den westdeutschen Bundesländern von 21,5 auf 13,7 Prozent, ging die Zustimmung in Ostdeutschland nur von 30,7 auf 27,8 Prozent zurück. Auch die Zustimmung zu tradiertem Antisemitismus und die Abwertung von Muslimen ist bundesweit leicht rückläufig.

Gleichzeitig warnt Deckers Kollege Professor Elmar Brähler vor übereiltem Optimismus: „Wir dürfen uns nichts vormachen, wir verzeichnen bei manchen Fragestellungen weiterhin ein erschreckend hohes Niveau an Zustimmung“. So stimmt mehr als ein Viertel der Befragten der Forderung zu, „Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland zu untersagen“, mehr als die Hälfte meint, „Sinti und Roma neigen zur Kriminalität“ und knapp 50 Prozent fühlen sich „durch die vielen Muslime manchmal wie ein Fremder im eigenen Land“.

Im Osten: Fast jeder Zehnte mit rechtsextremem Weltbild

Im Bereich des Antisemitismus äußern zehn Prozent der Befragten Verständnis dafür, dass „manche Leute etwas gegen Juden haben“, 41 Prozent und damit fünf Prozent mehr als 2018 meinen, dass „Reparationszahlungen nur einer Holocaust-Industrie“ nützten. In Westdeutschland attestiert die Studie drei Prozent der Befragten ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild, in Ostdeutschland betrifft dies fast jeden Zehnten der dort Befragten.

Zu den Dimensionen der rechtsextremen Einstellung zählen die Forscher Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur, Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und die Verharmlosung des Nationalsozialismus. Nur in zwei dieser Kategorien ist in den ostdeutschen Bundesländern ein leichter Rückgang zu beobachten. Zum fünften Mal greifen die Forscher in ihrer Studie das Thema Verschwörungsmythen auf, in der aktuellen Ausgabe um Fragen zur Corona-Pandemie ergänzt.

Verschwörungsmythen „Einstiegsdroge für antimodernes Weltbild“

Knapp die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, „Die Corona-Krise wurde so groß geredet, damit einige wenige davon profitieren können“, knapp zwei Drittel glauben, „Die Hintergründe der Corona-Pandemie werden nie ans Licht der Öffentlichkeit kommen“. Nach Angaben der Forscher ist der Glaube an Verschwörungsmythen seit 2018 gestiegen, er könne als „eine Art Einstiegsdroge für ein antimodernes Weltbild wirken“.

Die Daten der Studie mit dem Titel „Autoritäre Dynamiken: Alte Ressentiments – neue Radikalität“ bestätigten erneut „das dauerhaft hohe Niveau antidemokratischer Einstellungen in der deutschen Bevölkerung“, sagen die Projektleiter Brähler und Decker. Sie warnen davor, dass „autoritäre und antidemokratische Einstellungen eine beständige Bedrohung für unsere offene, liberale Gesellschaft darstellen“.

Neue Ausdrucksmöglichkeiten

Die seit Beginn der Studie 2002 festgestellten antidemokratischen Ressentiments blieben zwar gleich, suchten jedoch immer neue Ausdrucksmöglichkeiten, erklären die Forscher. Dies gelte für den Antisemitismus, der sich neu in Verschwörungsmythen ausdrücke, Antifeminismus werde zu einer „Brückenideologie antimoderner Bewegungen“ und viele Menschen seien „inzwischen für Muslimfeindschaft und Antiziganismus empfänglich“. Weil sich bestimmte Ideologie verfestigten und sich diese Milieus stetig radikalisierten, nehme auch die Gewalt gegen Betroffene von Ideologien der Ungleichwertigkeit weiter zu.

Die Langzeitstudie zur „Entwicklung autoritärer und rechtsextremer Einstellungen in Deutschland“ wird seit 2002 an der Universität Leipzig durchgeführt, zwischen 2006 und 2012 wurde sie als „Mitte“-Studien durchgeführt. Inzwischen wird sie in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Otto Brenner Stiftung veröffentlicht.

Quelle: bnr.de vom 21.11.2020 Autor:  Kai Budler


Gedenkfeier zu den faschistischen Novemberpogromen von 1938


Am Montag, 9.11.2020, findet in Bad Nenndorf eine Gedenkfeier zu den faschistischen Novemberpogromen von 1938 statt. Nationalsozialisten läuteten damals in ganz Deutschland eine weitere Phase der systematischen Bedrängung und Verfolgung jüdischer Mitbürger ein, indem Synagogen in Brand gesetzt, Läden jüdischer Inhaber zerstört und geplündert und Juden öffentlich verprügelt und ermordet wurden. In Bad Nenndorf selbst fanden diese Pogrome nicht statt – 1938 waren die jüdischen Einwohner Bad Nenndorfs bereits vertrieben worden, es gab also keinen Bedarf mehr für „ethnische Säuberungen“. Das Feld war für Hitler und seine Anhänger bereits bestellt.
Zum Denken an die Novemberpogrome, ihre Umstände, Täter und Opfer lädt das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ wieder alle Bürger herzlich ein. Coronabedingt wird es in diesem Jahr jedoch keinen „Zug der Erinnerung“ entlang der Stolpersteine geben.
Am Mahnmal in der Kurhausstraße werden am 9.11. um 17 Uhr Gestecke niedergelegt und in kleinem Kreis der Opfer des faschistischen Terrors gedacht. Hier ist die Teilnehmerzahl auf 10 Personen beschränkt.
Es gelten die pandemiebedingten Abstands- und Hygieneregeln.

https://youtu.be/SyYIYciUTQE

Hier kann das diesjährige Gedenken betrachtet werden. Verschiedene musikalische und Redebeiträge von Schülern und Musikern sowie das Gedenken am Mahnmal sind in einem Video bereitgestellt.


Mit freundlichen Grüßen Winfried Wingert



Die Anstalt vom 14. Juli 2020

Gemeinsam mit ihren Gästen Kokutekeleza Musebeni, Maike Kühl, Simon Pearce und Philip Simon, werfen die beiden einen Blick auf das aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehen und nehmen dabei das Thema Rassismus genauer unter die satirische Lupe.


Wichtiger Hinweis zu unseren Masken !

Da uns Covid-19 noch eine ganze Weile begleiten wird und somit auch das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken weiterhin erforderlich und empfehlenswert ist, hier ein paar Hinweise zu den Masken die „Bad Nenndorf ist bunt e.V.“ gegen Spende von 5,- € abgibt:

Wir haben festgestellt, daß unsere Masken bei 60 bzw. 90- Grad-Wäsche in der Maschine stark färben und hinterher ausgeblichen sind. Bei 60-Grad Handwäsche mit z.B. Neutralseife färben sie kaum, anschließend können sie mit Wäsche-Hygienespüler gespült werden im letzten Spülgang. Der Geruch verfliegt beim Trocknen.  Wer also nicht immer gleich die Waschmaschine anwerfen möchte, lässt entsprechend heißes Wasser mit etwas Waschmittel ins Waschbecken oder in einen geeigneten Behälter. Um sich bei der Handwäsche nicht die Finger zu verbrühen, sollte man sich mit einem langen Gegenstand behelfen und die Maske damit im Wasser hin und her wenden. Ist der Mund-Nasen-Schutz ausreichend abgekühlt, wringt man die Stoffmaske noch einmal ordentlich per Hand durch , spült sie mit klarem Wasser (und evtl. Hygienespüler) und hängt sie zum Trocknen auf.


So will Bad Nenndorf ist bunt Gesicht zeigen gegen Rassismus und Fremdenhass

03.06.2020 von Guido Scholl , Schaumburger Nachrichten

Atemmasken sind in der Corona-Zeit ausgesprochen gefragt. Auch das Bündnis Bad Nenndorf ist bunt hat jetzt welche im Angebot. Auch, um ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rassismus zu setzen.

Auf dem Wochenmarkt und in der Tourist-Information sind die „Bad Nenndorf ist bunt“-Masken erhältlich. Foto: PR.

Bad Nenndorf

„Gesicht zeigen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, das ist auch in Corona-Zeiten möglich“, findet das Bündnis Bad Nenndorf ist bunt. Auch angesichts der bestehenden Verpflichtung, mancherorts Mund-Nase-Schutz zu tragen, gelte diese Aussage. Denn der Verein hat eine „Bad-Nenndorf-ist-bunt-Maske“ kreiert und verkauft sie.

Das Bündnis bietet die Masken am heutigen Donnerstag auf dem Wochenmarkt in Bad Nenndorf an. Dafür bitten die Mitglieder jeweils um eine Spende in Höhe von fünf Euro zur Deckung der entstandenen Material- und Arbeitskosten. Wenn es gelinge, alle bestellten Masken zu verteilen, könne am Ende ein kleiner Überschuss als Spende weitergegeben werden.

Gegner von Corona-Beschränkungen im Visier

„Angesichts der Tatsache, dass zurzeit Rechtsextreme, Nazis und Anhänger von Verschwörungstheorien Demonstrationen gegen die angeordneten Corona-Beschränkungen veranstalten“, sei es notwendig, auf diese Weise Gesicht zu zeigen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, heißt es in einer Pressenotiz.

Nach dem heutigen Donnerstag ist noch eine weitere Verkaufsaktion am Donnerstag, 11. Juni, auf dem Markt geplant. Auch in der Tourist-Information sind die Masken erhältlich. Am Sonnabend, 13. Juni, plant das Bündnis, am Rande des Spendenlaufs der Skigemeinschaft Nordschaumburg mit einem Stand auf der Promenade präsent zu sein.

Masken auch telefonisch zu bestellen

Wer es nicht einrichten kann, zum Wochenmarkt zu kommen, die Aktion „Gesicht zeigen durch Maske tragen“ aber trotzdem unterstützen will, kann auch telefonisch unter (01 57) 51 71 88 27 oder per E-Mail an vorsitz@bad-nenndorf-ist-bunt.de eine Maske bestellen.



Kein Platz für Neonazi-Propaganda auf Spotify!

Kein Platz für Neonazi-Propaganda auf Spotify!

Wir fordern Spotify auf, die im März gestartete Podcast-Reihe des rechten Netzwerks EinProzent zu entfernen und den Neonazis der Neuen Rechten keine Plattform zu bieten. EinProzent will mit der Podcast-Reihe die Corona-Krise nutzen, um rechte und rassistische Propaganda zu verbreiten – dafür darf es bei Spotify keinen Platz geben!

Warum ist das wichtig?

Die Corona-Krise verunsichert viele Menschen. Rechte Gruppen versuchen, diese Verunsicherung zu nutzen, um ihre Propaganda zu verbreiten. Das Netzwerk der Neuen Rechten EinProzent hat im März mit einer Podcast-Reihe zum Thema Corona begonnen, mittlerweile sind bereits neun Folgen bei Spotify und Apple Podcast erschienen. EinProzent ist ein wichtiger Akteur der sogenannten Neuen Rechten, die vor allem eins zum Ziel hat: Rassistische, antisemitische und nationalistische Inhalte wieder salonfähig machen. Statt mit Springerstiefeln und Glatze tritt die Neue Rechte gern unauffällig auf, um so anschlussfähig wie möglich zu sein – einen Podcast auf großen Plattformen zu lancieren, passt perfekt zu dieser Strategie. Das wollen wir nicht hinnehmen.

Denn was dahinter steht, ist alles andere als harmlos: Den Führungsfiguren von EinProzent, darunter prominente Rechte wie Götz Kubitschek vom Institut für Staatspolitik, Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin oder der Verleger Philip Stein, geht es um eine komplett andere Gesellschaft, in der für Minderheiten und Andersdenkende kein Platz mehr ist.

Initiator und Moderator des Podcasts ist Arndt Novak, ein Aktivist der völkischen Gruppe Identitäre Bewegung (IB). Zu seinen Interviewpartnern gehörten bisher unter anderem der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke, der ehemalige österreichische Innenminister und FPÖ-Scharfmacher Herbert Kickl, sowie Oliver Hilburger, der Kontakte zu Unterstützern des NSU pflegt.

Diesen Podcast bei Spotify zu veröffentlichen, ist Teil ihrer Medienstrategie: Seit Jahren betreiben „EinProzent“, die AfD und andere intensiv den Aufbau eines eigenen Mediennetzwerks. Der Kampf der Neuen Rechten gegen die „Systemmedien“ wird durch den Aufbau „alternativer“ Medien gestützt, hier können sie ihre Propaganda verbreiten und neue Zielgruppen erreichen.

Wir fordern: Spotify darf kein Teil dieser rechten Medienstrategie werden! Kein Platz für Nazis auf diesen Plattformen! In den letzten Tagen haben sich schon viele Hörerinnen und Hörer bei Spotify beschwert – doch bislang werden sie nur ignoriert oder vertröstet, die Podcasts sind weiterhin im Netz. Dabei zeigen andere Beispiele, dass konsequentes Vorgehen gegen EinProzent durchaus möglich ist: Bei Facebook und Instagram wurden die Accounts des Netzwerks gesperrt, diese Sperrung hatte auch vor Gericht Bestand.
In einem Interview im Berliner Tagesspiegel vom 9.01.2020 hat der Spotify-Sprecher für Deutschland gesagt, dass neonazistische Inhalte innerhalb von 24 Stunden von Spotify gelöscht werden. Dem müssen jetzt Taten folgen!

Wir fordern Michael Krause, Managing Editor von Spotify Europe und Marcel Grobe, Sprecher für Spotify Deutschland auf, die Podcast-Reihe von EinProzent zu entfernen und Neonazis und der Neuen Rechten keine Plattform zu bieten.
Wenn wir das schaffen, können wir der Medienstrategie der Neuen Rechten erheblich schaden. Ein wichtiger Schritt für den Kampf gegen Rechts und für ein solidarisches Miteinander, das in diesen Zeiten gerade ganz besonders wichtig ist.

Hier klicken und Petition unterschreiben



Bad Nenndorf: Wochenmarkt am 07.05.2020



Demo in Eschede am 21.12.2019


Bad Nenndorf ist Bunt am 23.11.2019 in Hannover


Bad Nenndorf ist Bunt am 30.11.2019 in Braunschweig


 34,135 total views,  120 views today