Aktuelles

80. Jahrestag des deutschen Überfalls
auf die Sowjetunion am 22. Juni 2021

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Demo gegen rechtsextreme Sonnwendfeier in Eschede am Samstag, dem 19. Juni 2021, ab 13.00 Uhr am Bahnhof Eschede

NPD-Zentrum in Eschede schließen!

Immer wieder finden auf dem NPD-Hof in Eschede Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben schon eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als Brauchtumsfeiern. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Sonnwendfeiern“ alles anderes als harmlos. Deshalb protestieren wir auch heftig gegen diese Treffen. Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen.

Wir fordern daher, dass NPD-Zentrum in Eschede zu schließen. Die Situation ist für die Menschen in Eschede und Umgebung unerträglich. Es muss gehandelt werden!

In einem Offenen Brief wenden wir uns an Innenminister Pistorius mit der Forderung, das NPD-Zentrum in Eschede zu schließen! Unsere Forderung ist schon von 40.000 Personen unterschrieben worden. Die Petition kann auch jetzt noch unterschrieben werden. Neben unserer Aktion auf change.org/npd-zentrum-eschede sind auch Unterschriftenlisten im Umlauf. Unser Widerstand wird anhalten und wachsen bis zu einem Verbot der rechtsextremen Aktivitäten auf dem Hof. Das NPD-Zentrum in Eschede muss geschlossen werden!

Redner*innen auf der Demo am 19. Juni 2021 in Eschede:

·      Dr. Stephanie Springer (Präsidentin Landeskirchenamt Hannover)
·      Johanna Ottermann (Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus)
·      Andreas Nolte (Landessprecher der VVN- BdA)
·      Olaf Meyer (Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen)
·      Vertreter*in der Initiative „In Gedenken an Arkan“

Mit freundlichen Grüßen,

Wilfried Manneke

info@netzwerk-südheide.de
www.netzwerk-südheide.de


Geben Sie die NSU-Akten frei! Gemeinsam gegen Rechtsextremismus!

Spätestens mit dem feigen Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke ist klar: Die Politik ist gefordert, die NSU-Akten, die der hessische Verfassungsschutz anfangs für 120 Jahre unter Verschluss gestellt hat, öffentlich zugänglich zu machen!

Allein in Hessen stehen aktuell 38 Polizist*innen wegen rechtsextremer Umtriebe unter Verdacht. Ebenfalls in Hessen leben bundesweit vernetzte rechtsextreme Personen. Anders ist nicht zu erklären, wie die schreckliche Mordserie des NSU in Kassel schon einmal ein Todesopfer, den 21 Jahre alten Halit Yozgat, fordern konnte.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Rechtsextreme wie Stephan E. sich weiter vernetzen, ihre menschenfeindliche Hetze und Gewalt verbreiten und brutale Morde begehen!

Stephan E. war 37 Mal aktenkundig und noch 2009 bezeichnete ihn das Landesamt für Verfassungsschutz als einen der sieben gewalttätigsten Rechtsextremisten in Nordhessen. Ab 2010 wurde Stephan E. jedoch nicht mehr observiert. Seine Akte wurde 2015 vom LfV für die Ermittler gesperrt. Wie ist das möglich?!

Wir wollen gemeinsam mit Politik und Verwaltung, mit Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft daran arbeiten, wie wir Rechtsextremismus, Rassismus und brutalen Hinrichtungen begegnen können. Die unverhältnismäßig langen Sperrfristen von 30, 50, 90 und 120 Jahren sind ein zutiefst fragwürdiges und undemokratisches Instrument, durch das eine Kontrolle der Geheimdienste in der Öffentlichkeit nahezu unmöglich gemacht wird!

Tag für Tag wird gute und wichtige Arbeit von den Polizeikräften in Kassel, Hessen und in ganz Deutschland geleistet. Das Vertrauen in diese Arbeit darf nicht durch die aktuellen Fälle in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wir fordern den hessischen Landtag, den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, sowie den hessischen Innenminister Peter Beuth auf: Machen Sie die NSU-Akten unverzüglich und vollumfänglich öffentlich zugänglich! 

Es ist unser Land, es ist unsere offene Gesellschaft, für die wir eintreten und streiten wollen. Die Öffentlichkeit, wie auch die betroffenen Familien der Opfer, haben ein Recht auf Aufklärung. Trauen sie dem Land diese sicherheitspolitische Debatte zu! Bekennende und bekannte Neonazis dürfen wir nicht länger als Verschlusssachen behandeln!


Anschlag auf das Nienburger Mahnmal

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Gedenkkultur,

Jedes Jahr wird unter den rechtsextremistischen und rassistischen Straftaten auch eine hohe Zahl an Schändungen von Gedenkstätten, Friedhöfen, einzelnen Gräbern und vor allem Mahnmalen verzeichnet. Auch in Nienburg hat es in den letzten Jahren immer wieder Angriffe auf Denkmäler, Erinnerungstafeln, jüdische oder Sinti-Gräber gegeben, zumeist Schmierereien oder Beschädigungen, manchmal auch Diebstahl von Grabschmuck, Kränzen oder Blumen. Die regelmäßigen, nüchternen Berichte darüber bergen die Gefahr der Gewöhnung. Das darf nicht sein. Wir müssen uns alle darüber klar sein, dass Angriffe auf die demokratische Erinnerungskultur sich nicht nur gegen die jeweils betroffene Gruppe richten. Sondern es handelt sich um Angriffe auf unsere Gesellschaft insgesamt, auf unser demokratisches System und auf die damit verbundenen Werte. Wir müssen mit Leidenschaft für den Schutz dieser Werte einstehen.

In der Nacht vom 18. zum 19. April wurde ein solcher Anschlag auf das Nienburger Mahnmal für alle Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in Stadt und Landkreis Nienburg verübt. Eine Panzerglasplatte des aus vier Stelen bestehenden Mahnmals wurde zertrümmert. Der oder die Täter sind noch unbekannt; die Polizei ermittelt. Die Beschädigung wurde mit erheblichem Zerstörungswillen durchgeführt, vermutlich mit einem mitgebrachten schweren Gegenstand oder Werkzeug. Die beigefügten Fotos mögen dies belegen. Die Nähe zum 20. April, einem Tag, der schon wiederholt in Nienburg und anderswo Neonazis und ihre Anhänger zu solchen Straftaten motiviert hat, legt auch in diesem Fall nahe, dass die Täterschaft in ihrem Umkreis zu suchen ist.

Besonders schmerzlich ist es für uns, dass das Mahnmal erst seit sechs Monaten die Gedenkstätte auf der Bastion Hoffnung am Nienburger Weserwall ergänzt und vervollständigt. Mit vielen Spenden von Bürgerinnen und Bürgern, Rats- und Kreistagsmitgliedern, Firmen und Stiftungen wurde seine Erstellung finanziert. Am 8. November 2020 wurde es – aufgrund der Pandemie mit begrenzter Teilnahmezahl – unter Beteiligung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne durch Bürgermeister Henning Onkes der Öffentlichkeit übergeben. Das Mahnmal wurde zu einem Anziehungspunkt beim Spaziergang über den Weserwall, davon zeugen auch häufig von Unbekannten niedergelegte Blumen. Dass das Mahnmal in kurzer Zeit einen Platz im Selbstverständnis des Gemeinwesens erworben hat, das zeigen auch die Nachrichten und Anrufe, die ich in den letzten Tagen angesichts der Mahnmalschändung von Bürgerinnen und Bürgern erhalten habe.  Entrüstung, Bestürzung und Solidarität bei der Abwehr dieser brutalen Verletzung des gesellschaftlichen Friedens waren der Inhalt.

Spontan haben die Bundestagsabgeordneten Katja Keul und Marja Liisa Völlers ihre Unterstützung für eine öffentliche Diskussion des Vorfalls und ihrer Konsequenzen zugesagt. Darüber freuen wir uns sehr. Unser Mitglied Katja Keul sagt dazu:

„Dieser Akt der Aggression gegen das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus muss uns alarmieren.  Soviel Hass und Respektlosigkeit darf auf keinen Fall verharmlost werden. Für die Verfolgung der Täter sind die Ermittlungsbehörden zuständig.  Zur Verteidigung unserer Demokratie, die aus den Trümmern einer menschenverachtenden Diktatur gewachsen ist, sind wir alle, ist jeder einzelne von uns aufgerufen. Frieden, Recht und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, und das zersplitterte Mahnmal verdeutlicht dies auf drastische Weise. Wo immer Rechtsextreme unsere demokratische Gesellschaft zerstören wollen, müssen wir uns dem entgegenstellen.“

Wir würden es begrüßen, wenn weitere Politiker*innen, aber auch viele Journalist*innen (eine Gruppe, die gegenwärtig selbst zunehmend von extremistischen und populistischen Angriffen bedroht ist) sich des Themas annehmen würden. Wenn Sie mehr über das Nienburger Mahnmal, seine Entstehung und die jetzige Situation wissen wollen, wenden Sie sich bitte an uns.

Es ist nicht leicht, den Zorn und die Trauer über das Geschehene zum Ausdruck zu bringen, die uns Mitglieder des Arbeitskreises Gedenken der Stadt Nienburg/Weser erfüllt. Lassen Sie uns gemeinsam auch weiterhin Demokratie und Vielfalt als Wesensmerkmale unserer Gesellschaft schützen.

Mit besten Grüßen,

Thomas Gatter – Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg/Weser –


Liebe Freundinnen und Freunde,

es ist erschreckend: eine Stiftung, die rechtsextremes Gedankengut fördert, soll jedes Jahr mit 70 Millionen Euro Steuergeldern unterstützt werden! 

Wenn die AfD im Herbst erneut in den Bundestag einzieht, stünde ihrer parteinahen Desiderius-Erasmus-Stiftung eine millionenschwere Förderung aus Steuermitteln zu.

Das macht zahlreichen renommierten Wissenschaftler/innen große Sorgen. Denn die Stiftung unter dem Vorsitz von Erika Steinbach wird von „Rassentheoretikern und Verschwörungsideologen, völkischen Pseudowissenschaftlern und knallharten Rechtsextremen“ dominiert, so Expert/innen der „Bildungsstätte Anne Frank“.

Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Stiftung – dank schwammiger gesetzlicher Regelungen – an Millionen von Steuergeldern für Bildungsarbeit gelangt. Sorgen wir für einen riesigen öffentlichen Aufschrei!

Rechtsextreme Ideologie, die Hass auf Minderheiten schürt und die NS-Geschichte verharmlost, könnte sich durch die Arbeit der Stiftung in unseren Schulen, Universitäten, Museen, Gedenkstätten und Medien ausbreiten. Auch der Sohn des von einem Rechtsextremen ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke appellierte kürzlich an die Bundesregierung, eine solche Finanzierung nicht zuzulassen.

Die Zeit drängt – ein erneuter Einzug der AfD in den Bundestag ist sehr wahrscheinlich. Doch noch haben wir die Möglichkeit, etwas zu tun. 

Erheben wir jetzt unsere Stimme und fordern wir die Bundesregierung auf, die Desiderius-Erasmus-Stiftung umgehend einer Überprüfung durch unabhängige Expert/innen zu unterziehen um zu verhindern, dass ab diesem Herbst mit unseren Steuergeldern verfassungsfeindliches Gedankengut finanziert wird.

Hier unterzeichnen: Kein Steuergeld für rechten Hass


Gedenkstätten und Initiativen erinnern an NS-Verbrechen angesichts aktueller antidemokratischer Positionen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit 

PM-Social-Media-Aktion-geschichtenderbefreiung



27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Guten Tag,
es war der 27. Januar 1945, als Truppen der Roten Armee bei ihrem Vormarsch nach Westen das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erreichten und die verbliebenen letzten Überlebenden des auch dort von den Nationalsozialisten verübten monströsen Massenmords, der als Holocaust in die Geschichte eingehen sollte, befreiten. Das KZ Auschwitz in der Nähe von Krakau ist zum Symbol für die Shoah geworden, für die gezielte Tötung von über 6 Millionen europäischen Jüdinnen und Juden sowie von unzähligen sowjetischen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiter:innen, Sinti und Roma, politischen Gegner:innen, Homosexuellen und sogenannten Asozialen.
Im Jahre 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: „ Die Erinnerung darf nicht enden; sie muß auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“ Die Vereinten Nationen erhoben 2005 diesen Tag zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust .
„Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“
Mit diesen Worten warnte der Auschwitz-Überlebende Primo Levi davor, die Verbrechen der Faschisten in Vergessenheit geraten zu lassen.
Immer wieder fallen Menschen rechter und rassistischer Gewalt zum Opfer. Rechtsextremismus, Antisemitismus, Gewalt und Terror sind auch heute noch alltägliche Realität. Allein in den dreißig Jahren seit der Wiedervereinigung sind in Deutschland mindestens 213 Menschen von rechten Gewalttätern*innen umgebracht worden (Quelle: Amadeu Antonio Stiftung).
Auf Initiative des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“ wurde am 27. Januar 2021 um 17 Uhr am Mahnmal in der Kurhausstraße in Bad Nenndorf der Opfer des faschistischen Terrors gedacht. Wegen der pandemiebedingten Abstands- und Hygieneregeln war die Teilnahmezahl auf 15 Personen beschränkt.
Das diesjährige Gedenken am Mahnmal sowie Musik- und Wort-Beiträge von Schüler*innen, Musiker*innen und Zeitzeug*innen wird ihnen in einem Video bereitgestellt.




„Eine beständige Bedrohung für unsere Gesellschaft“

Trotz einer Abnahme der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland gibt es ein dauerhaft hohes Niveau bei rechtsextremen Einstellungen. Das ist das Fazit der jetzt vorgelegten „Leipziger Autoritarismus-Studie“ vom Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig.

„Diesmal können wir mit einer guten Nachricht aufwarten“, sagt Professor Oliver Decker von der Universität Leipzig zur Präsentation der aktuellen „Autoritarismus-Studie“. Er verweist auf den Prozentsatz „manifest ausländerfeindlich Eingestellten“, der 2019 laut Studie im Vergleich zu 2018 von 23,4 auf 16,5 Prozent bundesweit gesunken ist. Augenfällig sind hier die Unterschiede zwischen West und Ost: Sank der Anteil in den westdeutschen Bundesländern von 21,5 auf 13,7 Prozent, ging die Zustimmung in Ostdeutschland nur von 30,7 auf 27,8 Prozent zurück. Auch die Zustimmung zu tradiertem Antisemitismus und die Abwertung von Muslimen ist bundesweit leicht rückläufig.

Gleichzeitig warnt Deckers Kollege Professor Elmar Brähler vor übereiltem Optimismus: „Wir dürfen uns nichts vormachen, wir verzeichnen bei manchen Fragestellungen weiterhin ein erschreckend hohes Niveau an Zustimmung“. So stimmt mehr als ein Viertel der Befragten der Forderung zu, „Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland zu untersagen“, mehr als die Hälfte meint, „Sinti und Roma neigen zur Kriminalität“ und knapp 50 Prozent fühlen sich „durch die vielen Muslime manchmal wie ein Fremder im eigenen Land“.

Im Osten: Fast jeder Zehnte mit rechtsextremem Weltbild

Im Bereich des Antisemitismus äußern zehn Prozent der Befragten Verständnis dafür, dass „manche Leute etwas gegen Juden haben“, 41 Prozent und damit fünf Prozent mehr als 2018 meinen, dass „Reparationszahlungen nur einer Holocaust-Industrie“ nützten. In Westdeutschland attestiert die Studie drei Prozent der Befragten ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild, in Ostdeutschland betrifft dies fast jeden Zehnten der dort Befragten.

Zu den Dimensionen der rechtsextremen Einstellung zählen die Forscher Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur, Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und die Verharmlosung des Nationalsozialismus. Nur in zwei dieser Kategorien ist in den ostdeutschen Bundesländern ein leichter Rückgang zu beobachten. Zum fünften Mal greifen die Forscher in ihrer Studie das Thema Verschwörungsmythen auf, in der aktuellen Ausgabe um Fragen zur Corona-Pandemie ergänzt.

Verschwörungsmythen „Einstiegsdroge für antimodernes Weltbild“

Knapp die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, „Die Corona-Krise wurde so groß geredet, damit einige wenige davon profitieren können“, knapp zwei Drittel glauben, „Die Hintergründe der Corona-Pandemie werden nie ans Licht der Öffentlichkeit kommen“. Nach Angaben der Forscher ist der Glaube an Verschwörungsmythen seit 2018 gestiegen, er könne als „eine Art Einstiegsdroge für ein antimodernes Weltbild wirken“.

Die Daten der Studie mit dem Titel „Autoritäre Dynamiken: Alte Ressentiments – neue Radikalität“ bestätigten erneut „das dauerhaft hohe Niveau antidemokratischer Einstellungen in der deutschen Bevölkerung“, sagen die Projektleiter Brähler und Decker. Sie warnen davor, dass „autoritäre und antidemokratische Einstellungen eine beständige Bedrohung für unsere offene, liberale Gesellschaft darstellen“.

Neue Ausdrucksmöglichkeiten

Die seit Beginn der Studie 2002 festgestellten antidemokratischen Ressentiments blieben zwar gleich, suchten jedoch immer neue Ausdrucksmöglichkeiten, erklären die Forscher. Dies gelte für den Antisemitismus, der sich neu in Verschwörungsmythen ausdrücke, Antifeminismus werde zu einer „Brückenideologie antimoderner Bewegungen“ und viele Menschen seien „inzwischen für Muslimfeindschaft und Antiziganismus empfänglich“. Weil sich bestimmte Ideologie verfestigten und sich diese Milieus stetig radikalisierten, nehme auch die Gewalt gegen Betroffene von Ideologien der Ungleichwertigkeit weiter zu.

Die Langzeitstudie zur „Entwicklung autoritärer und rechtsextremer Einstellungen in Deutschland“ wird seit 2002 an der Universität Leipzig durchgeführt, zwischen 2006 und 2012 wurde sie als „Mitte“-Studien durchgeführt. Inzwischen wird sie in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Otto Brenner Stiftung veröffentlicht.

Quelle: bnr.de vom 21.11.2020 Autor:  Kai Budler


Gedenkfeier zu den faschistischen Novemberpogromen von 1938


Am Montag, 9.11.2020, findet in Bad Nenndorf eine Gedenkfeier zu den faschistischen Novemberpogromen von 1938 statt. Nationalsozialisten läuteten damals in ganz Deutschland eine weitere Phase der systematischen Bedrängung und Verfolgung jüdischer Mitbürger ein, indem Synagogen in Brand gesetzt, Läden jüdischer Inhaber zerstört und geplündert und Juden öffentlich verprügelt und ermordet wurden. In Bad Nenndorf selbst fanden diese Pogrome nicht statt – 1938 waren die jüdischen Einwohner Bad Nenndorfs bereits vertrieben worden, es gab also keinen Bedarf mehr für „ethnische Säuberungen“. Das Feld war für Hitler und seine Anhänger bereits bestellt.
Zum Denken an die Novemberpogrome, ihre Umstände, Täter und Opfer lädt das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ wieder alle Bürger herzlich ein. Coronabedingt wird es in diesem Jahr jedoch keinen „Zug der Erinnerung“ entlang der Stolpersteine geben.
Am Mahnmal in der Kurhausstraße werden am 9.11. um 17 Uhr Gestecke niedergelegt und in kleinem Kreis der Opfer des faschistischen Terrors gedacht. Hier ist die Teilnehmerzahl auf 10 Personen beschränkt.
Es gelten die pandemiebedingten Abstands- und Hygieneregeln.

https://youtu.be/SyYIYciUTQE

Hier kann das diesjährige Gedenken betrachtet werden. Verschiedene musikalische und Redebeiträge von Schülern und Musikern sowie das Gedenken am Mahnmal sind in einem Video bereitgestellt.


Mit freundlichen Grüßen Winfried Wingert



Kein Platz für Neonazi-Propaganda auf Spotify!

Kein Platz für Neonazi-Propaganda auf Spotify!

Wir fordern Spotify auf, die im März gestartete Podcast-Reihe des rechten Netzwerks EinProzent zu entfernen und den Neonazis der Neuen Rechten keine Plattform zu bieten. EinProzent will mit der Podcast-Reihe die Corona-Krise nutzen, um rechte und rassistische Propaganda zu verbreiten – dafür darf es bei Spotify keinen Platz geben!

Warum ist das wichtig?

Die Corona-Krise verunsichert viele Menschen. Rechte Gruppen versuchen, diese Verunsicherung zu nutzen, um ihre Propaganda zu verbreiten. Das Netzwerk der Neuen Rechten EinProzent hat im März mit einer Podcast-Reihe zum Thema Corona begonnen, mittlerweile sind bereits neun Folgen bei Spotify und Apple Podcast erschienen. EinProzent ist ein wichtiger Akteur der sogenannten Neuen Rechten, die vor allem eins zum Ziel hat: Rassistische, antisemitische und nationalistische Inhalte wieder salonfähig machen. Statt mit Springerstiefeln und Glatze tritt die Neue Rechte gern unauffällig auf, um so anschlussfähig wie möglich zu sein – einen Podcast auf großen Plattformen zu lancieren, passt perfekt zu dieser Strategie. Das wollen wir nicht hinnehmen.

Denn was dahinter steht, ist alles andere als harmlos: Den Führungsfiguren von EinProzent, darunter prominente Rechte wie Götz Kubitschek vom Institut für Staatspolitik, Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin oder der Verleger Philip Stein, geht es um eine komplett andere Gesellschaft, in der für Minderheiten und Andersdenkende kein Platz mehr ist.

Initiator und Moderator des Podcasts ist Arndt Novak, ein Aktivist der völkischen Gruppe Identitäre Bewegung (IB). Zu seinen Interviewpartnern gehörten bisher unter anderem der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke, der ehemalige österreichische Innenminister und FPÖ-Scharfmacher Herbert Kickl, sowie Oliver Hilburger, der Kontakte zu Unterstützern des NSU pflegt.

Diesen Podcast bei Spotify zu veröffentlichen, ist Teil ihrer Medienstrategie: Seit Jahren betreiben „EinProzent“, die AfD und andere intensiv den Aufbau eines eigenen Mediennetzwerks. Der Kampf der Neuen Rechten gegen die „Systemmedien“ wird durch den Aufbau „alternativer“ Medien gestützt, hier können sie ihre Propaganda verbreiten und neue Zielgruppen erreichen.

Wir fordern: Spotify darf kein Teil dieser rechten Medienstrategie werden! Kein Platz für Nazis auf diesen Plattformen! In den letzten Tagen haben sich schon viele Hörerinnen und Hörer bei Spotify beschwert – doch bislang werden sie nur ignoriert oder vertröstet, die Podcasts sind weiterhin im Netz. Dabei zeigen andere Beispiele, dass konsequentes Vorgehen gegen EinProzent durchaus möglich ist: Bei Facebook und Instagram wurden die Accounts des Netzwerks gesperrt, diese Sperrung hatte auch vor Gericht Bestand.
In einem Interview im Berliner Tagesspiegel vom 9.01.2020 hat der Spotify-Sprecher für Deutschland gesagt, dass neonazistische Inhalte innerhalb von 24 Stunden von Spotify gelöscht werden. Dem müssen jetzt Taten folgen!

Wir fordern Michael Krause, Managing Editor von Spotify Europe und Marcel Grobe, Sprecher für Spotify Deutschland auf, die Podcast-Reihe von EinProzent zu entfernen und Neonazis und der Neuen Rechten keine Plattform zu bieten.
Wenn wir das schaffen, können wir der Medienstrategie der Neuen Rechten erheblich schaden. Ein wichtiger Schritt für den Kampf gegen Rechts und für ein solidarisches Miteinander, das in diesen Zeiten gerade ganz besonders wichtig ist.

Hier klicken und Petition unterschreiben



Bad Nenndorf: Wochenmarkt am 07.05.2020



Demo in Eschede am 21.12.2019


Bad Nenndorf ist Bunt am 23.11.2019 in Hannover


Bad Nenndorf ist Bunt am 30.11.2019 in Braunschweig


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